Neue Perspektiven aus der aktuellen AVT-Forschung
摘要
Spätestens in den 2000er Jahren ist die Translationswissenschaft auf die steigende Bedeutung von audiovisuellen Produkten in der digitalisierten und in dieser Hinsicht medial zusammenwachsenden Unterhaltungsindustrie und folglich im alltäglichen und gesellschaftlichen Leben vieler Menschen aufmerksam geworden (vgl. Gambier 2006: 1f.). Einige Wissenschaftler1 sprechen sogar von einer geisteswissenschaftlichen Wende, die als „iconic/pictorial turn“ (Chmielecki 2015), „(audio)visual turn“ (Remael 2010: 15) oder allgemein als „turn to the multimodal“ (Jewitt 2009/2011: 3) in Erscheinung tritt. Auch das wissenschaftliche Interesse an der Audiovisuellen Translation (AVT) ist dementsprechend in den letzten beiden Jahrzehnten stark angestiegen (vgl. Bolaños-García-Escribano et al. 2021), obwohl Forschung zu diesem Themengebiet seit nunmehr über 60 Jahren betrieben wird und – wie erste Beiträge in der internationalen Übersetzerzeitschrift Babel (1960) belegen – seit Beginn an in der Translationswissenschaft verortet ist.