Anaphorik und Kataphorik im Deutschen, Englischen und einigen romanischen Sprachen als Problem der kontrastiven Sprachwissenschaft und der Übersetzung. Mit Berücksichtigung von Leistung und Grenzen maschineller Übersetzungsprogramme
摘要
In der Einführung des vorliegenden Beitrags wird die Herkunft der Termini Anaphorik und Kataphorik erklärt. Beide Phänomene werden im Bereich der Transphrastik untersucht, einer linguistischen Disziplin, deren Gegenstand die Beschreibung der einzelsprachlichen Syntax über die Grenzen des einfachen Satzes hinaus ist: Satzperioden oder Satzverknüpfungen. Im Gegensatz zur Textlinguistik im weiteren Sinn, die die Eigenschaften von Texten in beliebigen Sprachen untersucht, ist die Transphrastik einzelsprachenspezifisch und fällt somit in den Bereich der kontrastiv-konfrontativen Grammatik. Im Mittelpunkt des praktischen Teils stehen einige Hypothesen, die im Rahmen eines kurzen Aufsatzes nur auf ihre Plausibilität geprüft, jedoch nicht wirklich empirisch verifiziert oder falsifiziert werden können: geringe Häufigkeit der Kataphorik in der gehobenen deutschen Schriftsprache, Unterschiede der Häufigkeit von Anaphorik und Kataphorik im Deutschen, Englischen und den romanischen Sprachen, typisch sprechsprachliche Typen von Links- und Rechtsverweisen in allen berücksichtigten Sprachen. Größere Aufmerksamkeit wird auch den prosodischen Phänomenen geschenkt, auf die bereits Charles Bally hingewiesen hat. Im Deutschen können Verweise in beide Richtungen mit rein prosodischen Mitteln durchgeführt werden, die in der geschriebenen Sprache üblicherweise nicht markiert werden und somit für die Übersetzung ein besonderes Problem darstellen. Wo es um Übersetzungen zur Illustration von einzelsprachlichen Unterschieden geht, wird das korpusbasierte maschinelle System DeepL mit herangezogen, um dessen Leistung und Grenzen aufzuzeigen.