Der Zoo als Stätte der Tier-Mensch Aushandlung
摘要
Ausgehend von einer Beschreibung der Institution Zoo wird eruiert, inwiefern es sich beim Zoo um einen Ort handelt, der ästhetische Erfahrungen ermöglicht. In der Zooarchitektur materialisieren sich Diskurse der Tier-Mensch-Dichotomie. Unterschiedlichen philosophischen Theorien zufolge affirmiert der Zoo eine biopolitisch motivierte Überlegenheit des Menschen oder aber steht auch für die Möglichkeit, diese durch die Tier-Mensch-Begegnung epistemologisch neu auszuhandeln. Sieht man eher die Möglichkeit der Neuaushandlung im Sinne Homi Bhabhas, wird der Zoo zu einer Stätte, die philosophische Fragen nach dem Menschsein insinuiert. Diese philosophischen Fragen bieten Anschlussfähigkeiten für einen Unterricht, der literarästhetische Prozesse in den Mittelpunkt rückt. Sieht man im Zoo eher die Unmöglichkeit echter Tierbegegnungen im Sinne John Bergers, ergeben sich daraus didaktische Konsequenzen zur Initiierung einer kritischen Sichtweise. Gegen eine Politik des Aussortierens argumentierend, ermöglichen insbesondere literarische Zoogeschichten, die kritisch auf die Zooinszenierung blicken, Möglichkeiten einer metaperspektivischen Betrachtung der Zooarchitektur und seiner Diskurse nach oder auch vor einem Zoobesuch.