Der Beitrag beschreibt den Pergamonfries im Berliner Pergamonmuseum als außerschulischen Lernort und setzt diese Beschreibungen in Beziehung zu der innerhalb des ersten Bandes von Peter Weiss’ Roman Die Ästhetik des Widerstands (1975–1981) angestellten Beschreibung des Frieses, seiner Geschichte und seiner Rezeption durch drei junge Arbeiter im Kontext der NS-Herrschaft. Dabei verdeutlicht der Beitrag die Eigenschaften kunstästhetischer Erfahrung und deren didaktische Dimensionen, wie sie von Carlo Brune erörtert worden sind, und setzt sie weiterhin nach Brune in Beziehung zu den Spezifika literarästhetischer Erfahrung. Darüber hinaus wird das hegemoniekritische Potential ästhetischer Erfahrung unter Bezug auf Walter Benjamin und Gayatri Spivak akzentuiert. Vor diesem Hintergrund wird eine mögliche Begegnung von Schüler:innen mit dem Pergamonfries als leibliche und sinnliche Erfahrung im Raum beschrieben und mit der Rezeption der einschlägigen Passagen von Weiss’ Roman konfrontiert. Dabei zeigt sich, dass der außerschulische Lernort Pergamonmuseum in Verbindung mit der Lektüre von Weiss’ Roman wichtige Erkenntnisse über die Spezifika ästhetischer Erfahrungen, aber auch über deren kritische Potentiale im Sinne eines „Verlernens“ konventioneller und hegemonialer Denkmuster vermittelt.

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Literarästhetische Erfahrung und Hegemoniekritik im Pergamonmuseum

  • Michael Hofmann

摘要

Der Beitrag beschreibt den Pergamonfries im Berliner Pergamonmuseum als außerschulischen Lernort und setzt diese Beschreibungen in Beziehung zu der innerhalb des ersten Bandes von Peter Weiss’ Roman Die Ästhetik des Widerstands (1975–1981) angestellten Beschreibung des Frieses, seiner Geschichte und seiner Rezeption durch drei junge Arbeiter im Kontext der NS-Herrschaft. Dabei verdeutlicht der Beitrag die Eigenschaften kunstästhetischer Erfahrung und deren didaktische Dimensionen, wie sie von Carlo Brune erörtert worden sind, und setzt sie weiterhin nach Brune in Beziehung zu den Spezifika literarästhetischer Erfahrung. Darüber hinaus wird das hegemoniekritische Potential ästhetischer Erfahrung unter Bezug auf Walter Benjamin und Gayatri Spivak akzentuiert. Vor diesem Hintergrund wird eine mögliche Begegnung von Schüler:innen mit dem Pergamonfries als leibliche und sinnliche Erfahrung im Raum beschrieben und mit der Rezeption der einschlägigen Passagen von Weiss’ Roman konfrontiert. Dabei zeigt sich, dass der außerschulische Lernort Pergamonmuseum in Verbindung mit der Lektüre von Weiss’ Roman wichtige Erkenntnisse über die Spezifika ästhetischer Erfahrungen, aber auch über deren kritische Potentiale im Sinne eines „Verlernens“ konventioneller und hegemonialer Denkmuster vermittelt.