Ist es unvermeidlich, dass die sprachliche, gesellschaftliche und kulturelle Vielfalt des zielsprachlichen Raums im Anfängerunterricht homogenisiert werden muss, um auf die nicht oder nur gering vorhandenen sprachlichen und landeskundlichen Vorkenntnisse der Lernenden einzugehen? Diskutiert wird diese Frage zum einen bezogen auf die Beschäftigung mit sprachlicher Vielfalt bereits im Anfängerunterricht, vor allen Dingen auf das (Nicht-) Eingehen auf konzeptionelle Mündlichkeit. Und zum anderen bezogen auf die Beschäftigung mit gesellschaftlicher und kultureller Vielfalt, wobei besonders auf die Frage eingegangen wird, wie die Forderung nach mehr Diversität in Lehrwerken und im Unterricht mit der Bedeutung der Auseinandersetzung mit nationalen Stereotypen in Einklang gebracht werden kann. Abgeschlossen wird der Beitrag mit einer Spekulation: Führt eine größere Rolle von virtuellen Begegnungen, bei denen die Lernenden weitgehend inhaltlich und kommunikativ selbstbestimmt agieren und bei denen sie früher als bisher mit für sie relevanten Ausschnitten der Vielfalt des zielsprachlichen Raums in Kontakt kommen, auch im traditionell lehrwerkgeleiteten und homogenisierten Unterricht in Bildungsinstitutionen zu mehr Ernstfall-Kommunikation und damit zu mehr Kontakt mit sprachlicher und gesellschaftlicher Diversität?

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Die Homogenisierung der zielsprachlichen und zielkulturellen Vielfalt

  • Dietmar Rösler

摘要

Ist es unvermeidlich, dass die sprachliche, gesellschaftliche und kulturelle Vielfalt des zielsprachlichen Raums im Anfängerunterricht homogenisiert werden muss, um auf die nicht oder nur gering vorhandenen sprachlichen und landeskundlichen Vorkenntnisse der Lernenden einzugehen? Diskutiert wird diese Frage zum einen bezogen auf die Beschäftigung mit sprachlicher Vielfalt bereits im Anfängerunterricht, vor allen Dingen auf das (Nicht-) Eingehen auf konzeptionelle Mündlichkeit. Und zum anderen bezogen auf die Beschäftigung mit gesellschaftlicher und kultureller Vielfalt, wobei besonders auf die Frage eingegangen wird, wie die Forderung nach mehr Diversität in Lehrwerken und im Unterricht mit der Bedeutung der Auseinandersetzung mit nationalen Stereotypen in Einklang gebracht werden kann. Abgeschlossen wird der Beitrag mit einer Spekulation: Führt eine größere Rolle von virtuellen Begegnungen, bei denen die Lernenden weitgehend inhaltlich und kommunikativ selbstbestimmt agieren und bei denen sie früher als bisher mit für sie relevanten Ausschnitten der Vielfalt des zielsprachlichen Raums in Kontakt kommen, auch im traditionell lehrwerkgeleiteten und homogenisierten Unterricht in Bildungsinstitutionen zu mehr Ernstfall-Kommunikation und damit zu mehr Kontakt mit sprachlicher und gesellschaftlicher Diversität?