Geschichtssinn und Narrativität in Wilhelm Raabes Erzählung Die Innerste
摘要
Ein Kernthema der anglo-amerikanischen Geschichtstheorie der letzten Jahrzehnte ist die „Bedeutung der Sprachlichkeit“ der Geschichtsdarstellung.1 Im Rahmen dieser Diskussion kommt Hayden Whites Studie Metahistory (1973) eine Schlüsselrolle zu, denn in ihr hat der Verfasser den entscheidenden Impuls dazu geliefert, das Augenmerk von der Frage, was Historiker wissen, zur Frage, wie Historiker wissen, umzulenken.2 Seine These ist es, dass das emplotment von Ereignissen (ihre ‚Verfabelung‘, ihre narrativen Struktur- und Ordnungsprinzipien unterworfene Präsentation) „die jeweilige geschichtliche Erklärung ausmacht“.3 Kurzgefasst lautet die Erkenntnis: „Die Erzählung als Form der Schilderung eines bestimmten Ereignisablaufs in der Zeit ist nicht nur rhetorisches Darstellungsmedium, sondern birgt zugleich die Erklärung dieses Ereignisablaufs.“4