Mit Empirie in der linguistischen (Mehrsprachigkeits-)Forschung umgehen lernen
摘要
Die linguistische Mehrsprachigkeitsforschung, in der Tanja Anstatt innovative Beiträge leistet, arbeitet daran, theoretisch kohärente und empirisch untermauerte Konzeptualisierungen von Sprache und Sprachkompetenz im Kontext der Mehrsprachigkeit bereitzustellen, also Spracherwerb und -verarbeitung bei mehrsprachigen Personen zu charakterisieren und bedeutsame Einflussvariablen und gegebenenfalls auch ihre Beeinflussbarkeit zu bestimmen. Das erfordert zwingend den Dialog mit Nachbardisziplinen wie der Soziologie, der Bildungsforschung oder der Entwicklungspsychologie, eine entsprechende Erweiterung des Methodenkanons sowie einen differenzierten Blick darauf, was gute Forschung ist. In diesem Sinne argumentieren wir in diesem Beitrag dafür, dass eine systematische Ausbildung im empirischen, insbesondere auch im statistischen Arbeiten in grundständige Studienangebote in der Sprachwissenschaft in den Philologien gehört. Es gilt, Forschendes Lernen ohne Berührungsängste mit noch unbekannten Methoden und Inhalten mit einem klaren Fokus auf die bestmögliche Operationalisierung der Forschungsfrage zu vermitteln. Diesem Anspruch stellt sich Tanja Anstatt in ihrem Wirken in der Lehre. Indem sie in Forschung und Lehre einen stringenten Fokus auf gesellschaftlich relevante Forschungsfragen verfolgt, bereitet sie Studierende auf eine breite Palette beruflicher Optionen, auch jenseits universitärer Kontexte, vor.