Im Mittelpunkt des vorliegenden Kapitels steht die Zirkulation der translationswissenschaftlichen Ideen in den ostdeutschen und sowjetischen translationswissenschaftlichen Diskursen der 1970er–1980er-Jahre. In dieser Periode nahmen die wissenschaftlichen Gedanken von Otto Kade einen bedeutenden Platz in der sowjetischen Translationswissenschaft ein. Dies war in erster Linie Alexandr Švejcer und Vilen Komissarov zu verdanken, die den Transfer der Ideen von Kade ermöglicht und gesteuert haben. Doch diese persönlichen Leistungen waren erst im Kontext einer aktiven wissenschaftlichen Zusammenarbeit der sowjetischen WissenschaftlerInnen und ihrer KollegInnen aus der Leipziger Schule möglich, selbst wenn ihre Kooperation in vielen Aspekten ideologisch bedingt und institutionell gesteuert wurde. Viele Konzepte und Ideen der VertreterInnen der Leipziger Schule wurden zur Grundlage des in den Werken von Švejcer entwickelten kommunikativ-pragmatischen Ansatzes. Durch die Übersetzung der Monographie Švejcers Übersetzung und Linguistik (1987) ins Deutsche vollendete sich der Kreislauf dieser Ideen, und die translationswissenschaftlichen Gedanken des Moskauer Wissenschaftlers wurden in den deutschen Diskurs der Translationswissenschaft aufgenommen.

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Fallstudie 2

  • Anastasia Schachoff

摘要

Im Mittelpunkt des vorliegenden Kapitels steht die Zirkulation der translationswissenschaftlichen Ideen in den ostdeutschen und sowjetischen translationswissenschaftlichen Diskursen der 1970er–1980er-Jahre. In dieser Periode nahmen die wissenschaftlichen Gedanken von Otto Kade einen bedeutenden Platz in der sowjetischen Translationswissenschaft ein. Dies war in erster Linie Alexandr Švejcer und Vilen Komissarov zu verdanken, die den Transfer der Ideen von Kade ermöglicht und gesteuert haben. Doch diese persönlichen Leistungen waren erst im Kontext einer aktiven wissenschaftlichen Zusammenarbeit der sowjetischen WissenschaftlerInnen und ihrer KollegInnen aus der Leipziger Schule möglich, selbst wenn ihre Kooperation in vielen Aspekten ideologisch bedingt und institutionell gesteuert wurde. Viele Konzepte und Ideen der VertreterInnen der Leipziger Schule wurden zur Grundlage des in den Werken von Švejcer entwickelten kommunikativ-pragmatischen Ansatzes. Durch die Übersetzung der Monographie Švejcers Übersetzung und Linguistik (1987) ins Deutsche vollendete sich der Kreislauf dieser Ideen, und die translationswissenschaftlichen Gedanken des Moskauer Wissenschaftlers wurden in den deutschen Diskurs der Translationswissenschaft aufgenommen.