Im Jahre 1970 bezeichnete der DDR-Philosoph Alfred Kosing den österreichischen Kommunisten Ernst Fischer, der im Jahr davor nach lang andauernden Differenzen aus der Kommunistischen Partei Österreichs ausgeschlossen worden war, als „das Gesicht des modernen Revisionismus“.1 Im November 1948 hatte das Urteil gänzlich anders gelautet. Aus Anlass seines Besuches in der Sowjetischen Besatzungszone lobte ihn das Neue Deutschland als einen „der führenden Köpfe der KPÖ“; Fischer sei „ein hervorragender, der bedeutendste Redner des heutigen Österreich“.2

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Vom Geachteten zum Geächteten: Ernst Fischer und die DDR

  • Mario Keẞler

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Im Jahre 1970 bezeichnete der DDR-Philosoph Alfred Kosing den österreichischen Kommunisten Ernst Fischer, der im Jahr davor nach lang andauernden Differenzen aus der Kommunistischen Partei Österreichs ausgeschlossen worden war, als „das Gesicht des modernen Revisionismus“.1 Im November 1948 hatte das Urteil gänzlich anders gelautet. Aus Anlass seines Besuches in der Sowjetischen Besatzungszone lobte ihn das Neue Deutschland als einen „der führenden Köpfe der KPÖ“; Fischer sei „ein hervorragender, der bedeutendste Redner des heutigen Österreich“.2