Grundlegendes
摘要
Bösewichte in Fernsehkrimis sind fast immer auch Arschlöcher. Sie sehen meist schon so aus, wirken feist oder vierschrötig oder verbergen sich hinter einer verdächtig-biederen Fassade. Frauen an der Seite von Krimibösewichten haben jedenfalls nichts zu lachen. Das Arschloch im Krimi ist ein Egoist, das sich mit faulen Tricks und notfalls gar mordend aus der Affäre zieht. Wir hatten es dem Arschloch schon angesehen, dass es ein falsches Spiel treiben würde, da es auch optisch nicht selten klar auszumachen ist. Doch am Ende des Krimis lacht immer die Kommissarin oder der Kommissar. Im Gegensatz zum „richtigen Leben“ obsiegt also hier immer die gute Seite und das Arschloch wandert in den Knast. Im „richtigen Leben“ geht zum Beispiel bei häuslicher Gewalt diese Rechnung seltener auf. Hier scheint es sogar eher gegenteilig zu sein. Es setzt sich oftmals das Arschloch durch und vergewaltigt womöglich auch seine Tochter wie der Hausbesorger Benedikt Pfaff in Elias Canettis wunderbar überzeichneten Roman Die Blendung. Die Figur Pfaff ist so gezeichnet, als wäre sie eine Person aus dem „richtigen Leben“: Pfaff wird trotz seiner Vergehen nur in der Fantasie der Tochter zur Rechenschaft gezogen.