Das Berliner „Scheunenviertel“ in der deutschsprachigen Literatur der Weimarer Republik
摘要
„Es kann einer in Berlin ein Menschenalter leben – und vielleicht ein einziges Mal dort hingekommen sein.“1 Mit diesen Worten stellt der Theaterkritiker Alfred Kerr, der 1933 Deutschland nach der nationalsozialistischen „Machtübernahme“ verlassen musste, in dem 1915 erschienenen Artikel „Kennst du das Haus?“ – einer Hommage an die 1914 gegründete Volksbühne – jene in Verruf geratene Gegend nördlich und westlich des Alexanderplatzes vor. Zur Zeit der Niederschrift der Kolumne Alfred Kerrs lebten in jenem „Scheunenviertel“2, auf das er sich in seinen Briefen aus der Reichshauptstadt bezieht, vor allem jene „Ostjuden“3, die aufgrund von Pogromen aus Polen, Litauen, der Ukraine sowie aus Russland fliehen mussten.