Das katholische Deutschland, die Sowjetunion und das Sexuelle (1920–1970)
摘要
Die Entstehung der Sowjetunion und das Ende des zweiten deutschen Kaiserreiches ereigneten sich in einem engen Zeitrahmen und beeinflussten gleichermaßen die Haltung des Episkopats und der Moraltheologen (sowie wahrscheinlich der Gläubigen). Über Jahrzehnte hatten sie jede Form von marxistischem Sozialismus bekämpft und waren hierfür auch durch die päpstliche Enzyklika „Rerum Novarum“ (1891) autorisiert.1 Demnach waren Priester und von ihnen geführte Laien angehalten, sich für die berechtigten sozialen Anliegen der Arbeiterschaft einzusetzen und zugleich die (aus christlicher Sicht) selbst berufenen sozialistischen Arbeiterführer nachhaltig zu bekämpfen. Ein Verhandlungsspielraum gegenüber der politischen Linken wurde nicht gesehen.2