Deutsche Mauer-Gedanken
摘要
„Ich frage mich“, schrieb vor zehn Jahren ein französischer Journalist in der Zeitschrift L’Aurore, „ob ein Phänomen wie die Mauer in Berlin bei einem anderen als dem deutschen Volk denkbar wäre …“ Dieser Tage, am 13. August, rundete sich abermals eins der Jahresjubiläen dieses „Phänomens“: vor zwei Jahrzehnten, 1961, ließ die DDR-Regierung mit Zustimmung der Warschauer-Pakt-Mitgliedstaaten auf der Sektorengrenze der ehemaligen Reichshauptstadt eine Mauer aufziehen, die Ost- gegen Westberlin bis auf einige Übergänge hermetisch abriegelte. Die Mauer steht seither; sie ist nicht allein eine Schand-, sie ist eine Todesmauer; sie wird es bleiben. Was die deutschen Bolschewiken in Ostberlin zur Sperrmaßnahme veranlasst hatte, war der ständig anschwellende, westwärts flutende Strom von Flüchtlingen, über denen die Segnungen des sozialistischen Gesellschaftssystems wie eine Geißel schwebten.