Teutonische Speichelleckerei
摘要
Als sich am 7. Oktober vorigen Jahres die Ostberliner Spitzen-Genossen nach Moskau begaben, um den Beistandspakt mit der UdSSR zu verlängern, vermerkten nicht allein Deutsche diesen Akt als peinigend. Mit dem Pakt soll – so der Wille Ost-Berlins – die Einheit der Deutschen als Nation ausgelöscht werden. Hatte es schon im neuen Text der DDR-Verfassung (7.10.1974) geheißen: „Die DDR ist für immer und unwiderruflich mit der UdSSR verbündet“, so hieß es diesmal: die DDR verbinde mit der UdSSR „ewige und unverbrüchliche Freundschaft“. Die ebenso haltlose wie blumenreiche Steigerung von „immer“ zu „ewig“ wird nun – in der für den vom 18.–22. Mai d. J. abzuhaltenden 9. Parteitag der SED herausgegebenen Diskussionsgrundlage – noch inniger vereindeutigt: „Die Lebensinteressen der DDR stimmen mit den Interessen der Sowjetunion überein.“ Devoter, serviler konnte der Genosse Erste Sekretär des Zentralkomitees der SED, Ulbricht-Nachfolger seit dem 3.5.1971 Erich Honecker, seine kriecherische Ergebenheit den Kreml-Diktatoren gegenüber nicht formulieren.