Der Körper der Schrift
摘要
Das Kapitel „Zwischen den Worten“ eröffnet den letzten Teil der Studie, in dem die Sprache selbst zum Ort des Begehrens und des Verlusts wird. Nach der Auseinandersetzung mit Körper und Blick richtet sich der Fokus nun auf das Wort als Medium der Bindung und der Trennung. In Werk von Camille Laurens wird Sprache nicht als neutrales Kommunikationsmittel verstanden, sondern als Schauplatz der affektiven Beziehung, auf dem Nähe und Distanz ausgehandelt werden. Das gesprochene und geschriebene Wort trägt hier den Körper der Erinnerung, seine Wärme und seine Brüche. In den Romanen der Autorin ist das Sprechen immer zugleich ein Versuch der Wiederannäherung und ein Risiko der Enttäuschung. Zwischen dem Wunsch nach Verständigung und der Erfahrung des Scheiterns entfaltet sich eine Poetik des Zwischenraums – jener Zone, in der das Schweigen ebenso bedeutend ist wie das Gesagte. In diesem Zusammenhang gewinnt John Bowlbys Theorie des affektiven Bandes besondere Relevanz, da sie die emotionale Logik jener sprachlichen Verbindungen beleuchtet, die das Werk von Camille Laurens prägen.