Erbschaften der „toten Mutter“
摘要
Die in den vorangehenden Kapiteln entwickelte Figur der „toten Mutter“ erfährt in den hier behandelten Texten eine Ausweitung ins Poetologische. In der Wiederkehr der „toten Mutter“ im literarischen Text zeigt sich eine Poetik der Kälte und der Unterbrechung, in der Affekt und Sprache zugleich erstarren und in Bewegung geraten. Diese „textuellen Heimsuchungen“ verweisen auf eine doppelte Vererbung, nämlich einerseits auf die familiäre Linie der Trauer, und andererseits auf die literarische Genealogie, die Camille Laurens mit ihren Vorgängerinnen und Vorgängern verbindet. Das Schreiben wird so zum Ort, an dem sich emotionale und ästhetische Erbschaften verschränken.