Das vorliegende Kapitel beleuchtet die Frage, ob und wie sich zeitgenössische deutschsprachige Texte, die sich mit dem Thema der Überschreitung kultureller, geographischer und politisch-ökonomischer Grenzen zwischen dem europäischen Westen (bzw. EU-Länder) und dem außereuropäischen Osten bzw. Süden befassen und nach 2000 entstanden sind, auch im tschechischen theatralen und kulturellen Kontext durchgesetzt haben. Insbesondere geht es darum zu schauen, wie sich der Fokus ihrer Aussage während dieses kulturellen Transfers verschiebt und auch wie das Thema der Grenzüberschreitung in diesen Stücken ästhetisch behandelt wird. Seit den 1990er Jahren des 20. Jahrhunderts verändert sich die dramatische Form, vor allem in der deutschsprachigen Dramatik geschieht eine Verschiebung von der traditionellen Form des Dramas und seinen Attributen zu einer postdramatischen Poetik, in der klassische dramatische Kategorien transformiert oder von Autor:innen teilweise oder ganz aufgegeben werden. Narrative, introspektive oder metadramatische Mittel entsprechen oft eher der Wichtigkeit des Themas und können seine Dringlichkeit besser zum Ausdruck bringen. Andere Autor:innen hingegen greifen auf realistische Darstellungen oder auf komödienhafte Genrebehandlungen zurück, die jedoch durch postdramatische Methoden bereichert werden können.

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Grenzüberschreitungen in der zeitgenössischen deutschsprachigen Dramatik auf tschechischen Bühnen

  • Zuzana Augustová

摘要

Das vorliegende Kapitel beleuchtet die Frage, ob und wie sich zeitgenössische deutschsprachige Texte, die sich mit dem Thema der Überschreitung kultureller, geographischer und politisch-ökonomischer Grenzen zwischen dem europäischen Westen (bzw. EU-Länder) und dem außereuropäischen Osten bzw. Süden befassen und nach 2000 entstanden sind, auch im tschechischen theatralen und kulturellen Kontext durchgesetzt haben. Insbesondere geht es darum zu schauen, wie sich der Fokus ihrer Aussage während dieses kulturellen Transfers verschiebt und auch wie das Thema der Grenzüberschreitung in diesen Stücken ästhetisch behandelt wird. Seit den 1990er Jahren des 20. Jahrhunderts verändert sich die dramatische Form, vor allem in der deutschsprachigen Dramatik geschieht eine Verschiebung von der traditionellen Form des Dramas und seinen Attributen zu einer postdramatischen Poetik, in der klassische dramatische Kategorien transformiert oder von Autor:innen teilweise oder ganz aufgegeben werden. Narrative, introspektive oder metadramatische Mittel entsprechen oft eher der Wichtigkeit des Themas und können seine Dringlichkeit besser zum Ausdruck bringen. Andere Autor:innen hingegen greifen auf realistische Darstellungen oder auf komödienhafte Genrebehandlungen zurück, die jedoch durch postdramatische Methoden bereichert werden können.