Einleitung: Festland und Inseln
摘要
So stellt Friedrich Hölderlin noch im Jahre 1804 die emotionale Frage, ohne eine befriedigende Antwort darauf zu finden. Die Liebe hat schließlich selten einen Grund, sie regt jedoch das lyrische Ich dazu an, diese topographische Obsession immer erneut zu hinterfragen. Spricht die Forschung über diese Leidenschaft des Dichters, denkt man zumeist pauschal an Griechenland, obwohl das angeführte Gedicht, ansonsten ein Gesang an Christus, es nicht nennt. Der Leser vermag jedoch die rhetorische Frage des Ichs auch so zu verstehen, dass „die alten seeligen Küsten“ eher den Archipelagus mit seiner Inselwelt bezeichnen. Damit wird aber schon eine Differenz zwischen ‚Griechenland‘ und seiner ‚Inselwelt‘ in Hölderlins Dichtung vorweggenommen, die nach einer Argumentation, nach einer genauen Untersuchung verlangt. Besitzen die Inseln einen eigenen, markanten topographischen und figuralen Wert in der Geopoetik des Dichters?2 Und wenn Geopoetik eine dichterische Hervorbringung und Produktion einer Landschaft darstellt, wie lässt sich eine solche dichterische Hervorbringung des Archipels Hölderlins beschreiben?