Abschließende Betrachtungen
摘要
Die Revolution als literarischer Gegenstand ist eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Sie ist ein gedankliches Konstrukt, das von Historikern und Sozialwissenschaftlern unterschiedlich definiert wird. Zum gemeinsamen Kern der Definitionen gehört die Umwälzung der bisherigen Macht- und Herrschaftsverhältnisse, die über den Austausch der jeweiligen Führungsgruppe hinausgeht. Umstritten ist, ob auch die Sozial- und Wirtschaftsordnung umgewälzt werden muss und ob dies alles gewaltsam geschehen muss, wenn von Revolution die Rede sein soll.1 In der Novemberrevolution kam es zu Gewaltausbrüchen, die Staats- und Herrschaftsform wurde verändert, nicht aber die Wirtschaftsverfassung, jedenfalls nicht grundlegend. Das von Kuhlmann beschriebene Grundschema ›Bruch – Ursprung von etwas Neuem‹ ist für Erzählungen von der Novemberrevolution je nach politischem Standpunkt nur mit Einschränkungen oder gar nicht tauglich.