Polykontexturale Grundpfeiler für eine transkulturelle Philosophie des kosmischen Lebens
摘要
In diesem Kapitel werden wichtige transkulturelle und multizivilisatorische Grundlagen für eine weit ausgreifende Philosophie des kosmischen Lebens aus einer systematischen und zugleich historisch rückgebundenen Perspektive präsentiert. Auf eine „Anakrusis“ bezüglich des Ursprungs des philosophischen Terminus ‚kosmisches Leben‘ folgt eine systematische Grundlegung in Bezug auf Gotthard Günthers Konzepte der Polykontexturalität sowie einer transklassischen Wissenschaft. Dies wird durch Ansichten weiterer Denker ergänzt. Vor diesem Hintergrund erfolgt die Einführung eines neuen Begriffes: ‚Panenbiotismus‘ („Alles-im-Leben-Lehre“). In Korrelation mit ‚kosmisches Leben‘ bildet dieser die Grundlage für eine transkulturell vergleichende Diskussion philosophischer Positionen aus antiken hellenischen und chinesischen Quellen sowie aus süd- und westasiatischen als auch europäischen Kontexten. Diese weitreichende und breitere Erörterung des Themas ist in Form von drei Hauptsegmenten organisiert, welche entsprechend drei fundamentale konzeptuelle Dimensionen des Themas ‚kosmisches Leben‘ vorstellen. Jeder dieser Hauptabschnitte wird entlang der Trajektorien relevanter Unterthemen entwickelt. In diesem Sinne präsentiert das erste Hauptsegment mehrere Ansichten verschiedener Zeiten und Orte, in deren Kontext (kosmisches) Leben als Ausdruck des Prinzips einer unaufhörlichen Selbst(re)kreation qua metabolischer Prozesse und partieller, progressiv-transformatorischer Selbstverzehrung reflektiert wird. In der zweiten Hauptsektion wird der transkulturell komparative Fokus auf mehrere Perspektiven und Variationen des Themas des kosmischen Lebens als eines integralen Merkmals eines unermesslichen bzw. unendlichen Universums ausgerichtet. Schließlich präsentiert der dritte Hauptabschnitt familienähnliche Ansichten kosmischen Lebens im Sinne eines integralen Aspektes kosmischen ‚Lichtes‘. Hierbei wird die Diskussion auch mit einigen sehr innovativen Theorien unserer Zeit verknüpft. Die zentrale These des vorliegenden Kapitels, die hierbei zugleich aus vielen unterschiedlichen Perspektiven erschlossen wird, lautet, dass eine zukünftige Philosophie des kosmischen Lebens auf eine Vielzahl philosophischer Traditionen aus verschiedenen Zivilisationen rekurrieren sollte. Im Geiste uneingeschränkter Offenheit sollte es vor diesem Hintergrund darum gehen, die Unabschließbarkeit bzw. Unerschöpflichkeit aller wissenschaftlichen Bestrebungen in eine produktivere intellektuelle Realität innerhalb des erweiterten Rahmens eines im Sinne Günthers transklassisch zu nennenden, neuartigen Wissenschaftskonzepts zu übersetzen.