Depression ist eine der häufigsten Krankheiten, mit einer Prävalenz von 5–10 %. In zahlreichen Studien wurde gezeigt, daß depressive Patienten signifikant häufiger an Osteoporose mit verminderter Knochendichte und erhöhtem Frakturrisiko leiden (Abb. 26.3). Der Einsatz von psychotropen Medikamenten einschließlich der Antidepressiva ist zusätzlich mit einem höheren Fall- und damit Frakturrisiko verbunden. Neben vielfältigen Begleiterkrankungen sind auch bestimmte Antidepressiva für die Entstehung einer Osteopathie anzuschuldigen, die zum Frakturrisiko beitragen. Einige Studien haben den direkten Effekt antidepressiver Medikament auf den Knochenumbau untersucht und belegt. In Tierversuchen konnte gezeigt werden, daß vor allem Serotonin in der Wachstumsphase die Knochenmasse beeinflußt. Tägliche Injektionen des selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmers (SSRI) Fluoxetin bei Mäusen führten zu einem erhöhten Knochenumbau, nicht jedoch bei ovarektomierten Tieren. 5 klinische Studien haben den Einfluß der SSRI Klasse auf die Knochendichte untersucht. Der Einsatz der SSRIs, nicht aber der trizyklischen Antidepressiva(TCA) führte zu einer signifikanten Abnahme der Knochendichte im Bereich der LWS und Hüfte. Eine prospektive Fallstudie konnte zeigen, daß unter täglicher SSRI-Gabe die Knochendichte im Bereich der Hüfte innerhalb von 5 Jahren um 4 % abnahm.

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Andere knochenschädigende Medikamente

  • Reiner Bartl

摘要

Depression ist eine der häufigsten Krankheiten, mit einer Prävalenz von 5–10 %. In zahlreichen Studien wurde gezeigt, daß depressive Patienten signifikant häufiger an Osteoporose mit verminderter Knochendichte und erhöhtem Frakturrisiko leiden (Abb. 26.3). Der Einsatz von psychotropen Medikamenten einschließlich der Antidepressiva ist zusätzlich mit einem höheren Fall- und damit Frakturrisiko verbunden. Neben vielfältigen Begleiterkrankungen sind auch bestimmte Antidepressiva für die Entstehung einer Osteopathie anzuschuldigen, die zum Frakturrisiko beitragen. Einige Studien haben den direkten Effekt antidepressiver Medikament auf den Knochenumbau untersucht und belegt. In Tierversuchen konnte gezeigt werden, daß vor allem Serotonin in der Wachstumsphase die Knochenmasse beeinflußt. Tägliche Injektionen des selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmers (SSRI) Fluoxetin bei Mäusen führten zu einem erhöhten Knochenumbau, nicht jedoch bei ovarektomierten Tieren. 5 klinische Studien haben den Einfluß der SSRI Klasse auf die Knochendichte untersucht. Der Einsatz der SSRIs, nicht aber der trizyklischen Antidepressiva(TCA) führte zu einer signifikanten Abnahme der Knochendichte im Bereich der LWS und Hüfte. Eine prospektive Fallstudie konnte zeigen, daß unter täglicher SSRI-Gabe die Knochendichte im Bereich der Hüfte innerhalb von 5 Jahren um 4 % abnahm.