Dieses Kapitel analysiert kritisch die gegenwärtige Forschung zu Kants moralischer Pflicht, das höchste Gut zu befördern. Die komplexe Debatte wird anhand dreier traditioneller Einwände strukturiert: der Vorwürfe der Heteronomie, der Überforderung und der Überflüssigkeit. Diesen werden drei apologetische Strategien gegnübergestellt, die das höchste Gut als begrenzte Gücksverfolgung, als bloßes Synonym des moralischen Imperativs oder als rein säkulares Gesellschaftsideal deuten. Alle bisherigen Interpretationen erweisen sich jedoch als völlig unzureichend, da sie den Begriff künstlich aufspalten oder dessen systematische Funktion ignorieren. Das höchste Gut ist weder ein säkulares Ideal noch inhaltlich überflüssig, sondern stets unverzichtbar, um den Weg zur Religion zu fundieren.

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Zu der Problematik der bisherigen Interpretationen über Kants Theorie des höchsten Guts sowie der Pflicht zur (Be-)Förderung des höchsten Guts

  • Sung-Yeop Jo

摘要

Dieses Kapitel analysiert kritisch die gegenwärtige Forschung zu Kants moralischer Pflicht, das höchste Gut zu befördern. Die komplexe Debatte wird anhand dreier traditioneller Einwände strukturiert: der Vorwürfe der Heteronomie, der Überforderung und der Überflüssigkeit. Diesen werden drei apologetische Strategien gegnübergestellt, die das höchste Gut als begrenzte Gücksverfolgung, als bloßes Synonym des moralischen Imperativs oder als rein säkulares Gesellschaftsideal deuten. Alle bisherigen Interpretationen erweisen sich jedoch als völlig unzureichend, da sie den Begriff künstlich aufspalten oder dessen systematische Funktion ignorieren. Das höchste Gut ist weder ein säkulares Ideal noch inhaltlich überflüssig, sondern stets unverzichtbar, um den Weg zur Religion zu fundieren.