Das Neu-Keynesianische Arbeitsmarktmodell
摘要
Arbeitsmarktergebnisse lassen sich nicht allein aus individuellen Entscheidungen erklären, sondern sind wesentlich von gesamtwirtschaftlichen und institutionellen Rahmenbedingungen geprägt. Das neu‐keynesianische Arbeitsmarktmodell verknüpft daher mikroökonomisches Entscheidungsverhalten mit makroökonomischen Zusammenhängen. Es zeigt, warum trotz rationalen Handelns Preis‐ und Lohnstarrheiten bestehen bleiben – etwa durch Verhandlungsprozesse oder die Marktmacht einzelner Akteur:innen. Als integrativer Ansatz verbindet das Modell zentrale Elemente der Neoklassik mit der keynesianischen Betonung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage und wird deshalb häufig als Konsensmodell bezeichnet. Im Mittelpunkt stehen zwei Größen: die Preissetzungsfunktion, die den Reallohn aus Unternehmenssicht beschreibt, und die Lohnsetzungsfunktion, die den Einfluss institutioneller Regelungen und kollektiver Verhandlungen auf die Löhne abbildet. Ihr Schnittpunkt bestimmt das Gleichgewicht von Reallohn und Beschäftigung und verdeutlicht, dass Löhne nicht allein durch Marktkräfte, sondern in komplexen Aushandlungsprozessen entstehen. Damit markiert das Neu‐Keynesianische Arbeitsmarktmodell einen wichtigen Fortschritt der Arbeitsmarktforschung: Es integriert individuelle Rationalität, Marktunvollkommenheiten und institutionelle Einbettung zu einem differenzierten und realitätsnäheren Verständnis moderner Arbeitsmärkte.