Der deutsch-schweizerische Literaturstreit zwischen dem Leipziger Johann Christoph Gottsched und den beiden Zürchern Johann Jakob Bodmer und Johann Jakob Breitinger ist eine zentrale Auseinandersetzung in der Entwicklung der Literatur des 18. Jahrhunderts. In dieser Untersuchung wird der Blick überwiegend auf die Vorreden der Hauptwerke der drei Kontrahenten gerichtet, weil diese als Orte poetologischer Auseinandersetzungen in der gesamten Frühen Neuzeit prägend sind. Zentral steht die Vorrede zur Erstauflage von Gottscheds Versuch einer Critischen Dichtkunst. Die Analyse kann zeigen, dass Gottsched sich für seine literarische Regelsetzung an naturrechtlichen Begründungsvorgängen orientiert und dabei auf ähnliche Probleme stößt wie die Rechtsgelehrten der Zeit. Bodmer und Breitinger reagieren auf gerade diese Probleme in den folgenden Werken und greifen dabei auf vielfältige Aspekte des zeitgenössischen Rechtsdiskurses zurück.

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Lektüre I: Der deutsch-schweizerische Literaturstreit

  • Gesine Heger

摘要

Der deutsch-schweizerische Literaturstreit zwischen dem Leipziger Johann Christoph Gottsched und den beiden Zürchern Johann Jakob Bodmer und Johann Jakob Breitinger ist eine zentrale Auseinandersetzung in der Entwicklung der Literatur des 18. Jahrhunderts. In dieser Untersuchung wird der Blick überwiegend auf die Vorreden der Hauptwerke der drei Kontrahenten gerichtet, weil diese als Orte poetologischer Auseinandersetzungen in der gesamten Frühen Neuzeit prägend sind. Zentral steht die Vorrede zur Erstauflage von Gottscheds Versuch einer Critischen Dichtkunst. Die Analyse kann zeigen, dass Gottsched sich für seine literarische Regelsetzung an naturrechtlichen Begründungsvorgängen orientiert und dabei auf ähnliche Probleme stößt wie die Rechtsgelehrten der Zeit. Bodmer und Breitinger reagieren auf gerade diese Probleme in den folgenden Werken und greifen dabei auf vielfältige Aspekte des zeitgenössischen Rechtsdiskurses zurück.