Unspezifische Symptome als spezifische „Indikatoren“ für Traumata
摘要
Ein Teil von „Wilkomirskis“ Geschichte war, dass er als Kind vertauscht worden sei: Er, das Kind, das den Holocaust in verschiedenen Lagern überlebt haben sollte, sei zu einem späteren Zeitpunkt mit einem anderen Kind vertauscht worden – und somit als Bruno Grosjean in die Familie Dössekker in der Schweiz gelangt. Dieser Vertauschung wie auch seiner Kindheit in den Lagern war „Wilkomirski“ sich deshalb so sicher, weil er verschiedene Symptome aufwies, wie Mächler (2000) herausgearbeitet hat: Woher sonst kämen seine Panikanfälle, die Narbe auf der Stirn, die Deformation am Hinterkopf oder seine Albträume? Obwohl die genannten Symptome vollkommen unspezifisch sind (zumal er über keine konkreten Albträume von seiner Holocaustvergangenheit berichtete und sich die Deformation am Kopf beispielsweise genauso auch bei seinem Sohn fand), offenbart sich hier, dass „Wilkomirski“ diese Symptome als Indikator für etwas Spezifisches ansah – nämlich für eine traumatische Kindheit.