Traditionsaneignung und Ruptur
摘要
Dieses Kapitel befasst sich mit der frühen Biographie von Richard Strauss und beleuchtet zunächst seine musikalische Sozialisation, die massgeblich von seinem Vater Franz Strauss (1822–1905) geprägt war. Die strenge Haltung des Vaters, welche er dem Sohn weitertradierte, bestand allem voran in der Vorrangstellung von Mozart, Haydn und Beethoven, gefolgt von Schubert als Liedkomponist sowie von Weber, Mendelssohn und Spohr, gepaart mit einer äusserst aversiven Einstellung gegenüber dem Werke Wagners. Aus dem Briefwechsel mit seinem drei Jahre älteren Jugendfreund Ludwig Thuille (1861–1907) lassen sich gleichermassen ästhetische Positionen wie auch kompositorische Problemstellungen jener Jahre veranschaulichen.