Sozialrechtliche Absicherung und Gesundheitsschutz der Pflege von Angehörigen
摘要
Pflege und Betreuung von Angehörigen haben in der Schweiz eine gewichtige soziale, emotionale und nicht zuletzt auch wirtschaftliche Dimension. Die Vereinbarkeit von Betreuungs- und Erwerbstätigkeiten kann aber insbesondere bei hohem Pflegebedarf anspruchsvoll bis unmöglich sein. Wird die Erwerbstätigkeit aufgrund der Pflege von Angehörigen reduziert, bedeutet das für die pflegende Person ein erhebliches finanzielles Risiko. Sie erleidet einen Verdienstausfall und die unentgeltlichen Pflegeleistungen sind weitestgehend nicht von den Sozialversicherungen erfasst. Pflegebedürftigkeit ist im System der Schweizerischen Sozialversicherung bislang nicht als soziales Risiko anerkannt, weder für die pflegende noch für die pflegebedürftige Person. Unterschiedliche Versicherungszweige kennen einzelne Bestimmungen, die Pflegende unterstützen können, aber keine umfassende Abdeckung garantieren. Bestimmte Leistungen kommen sodann lediglich der unterstützungsbedürftigen Person zugute. Der Beitrag bespricht die bei der Pflege von Angehörigen entstehenden indirekten Krankheitskosten und drohenden Versicherungslücken vor dem Hintergrund der bestehenden Regelungen an der Schnittstelle von Arbeits- und Sozialversicherungsrecht. Er weist auf Probleme und Herausforderungen hin, die bereits bei begrifflichen Unklarheiten beginnen und zeigt den entsprechenden Handlungsbedarf. Nicht zuletzt diskutiert er mögliche Lösungsoptionen, sowohl de lege ferenda wie praktisch im Alltag.