Der Artikel liest Wilhelm Raabes Roman Die Akten des Vogelsangs als Beitrag zur Gattungsdiskussion um den Roman als Ort moderner Welterfahrung. Im Zentrum steht dabei die Rolle der Medienkonkurrenz von periodischer Presse und Buchformat, die sich im Roman in der Verfasstheit der titelgebenden Akten verdichtet. Untersucht wird, wie der Roman seine eigene Schreibpraxis im Medium der Akten reflektiert und wie deren materielle Verfasstheit das Abbildungs- und Ordnungsbegehren realistischen Erzählens unterläuft. An die Stelle realistischer Wirklichkeitskonstruktion tritt auf diese Weise die Diskussion über die Grenzen herkömmlicher Romanmodelle klassischer und romantischer Provenienz.

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Zwischen Buch und Akten. Wirklichkeitstreue im Reflexionsmedium Roman am Beispiel von Wilhelm Raabes Die Akten des Vogelsangs (1896)

  • Anja Lemke

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Der Artikel liest Wilhelm Raabes Roman Die Akten des Vogelsangs als Beitrag zur Gattungsdiskussion um den Roman als Ort moderner Welterfahrung. Im Zentrum steht dabei die Rolle der Medienkonkurrenz von periodischer Presse und Buchformat, die sich im Roman in der Verfasstheit der titelgebenden Akten verdichtet. Untersucht wird, wie der Roman seine eigene Schreibpraxis im Medium der Akten reflektiert und wie deren materielle Verfasstheit das Abbildungs- und Ordnungsbegehren realistischen Erzählens unterläuft. An die Stelle realistischer Wirklichkeitskonstruktion tritt auf diese Weise die Diskussion über die Grenzen herkömmlicher Romanmodelle klassischer und romantischer Provenienz.