Gleichgültige Allmacht. Das Konzept der MASTEN in Stanisław Lems Altruizin
摘要
Der vorliegende Beitrag ist eine Aufarbeitung der Kurzgeschichte Altruizin aus der Geschichtensammlung Kyberiade (1965) des polnischen Science-Fiction-Autors Stanisław Lem. Darin unternimmt der Roboter und Konstrukteur Bonhomius den Versuch, mithilfe der sagenumwobenen MASTEN, Wesen auf der MAximalen STufe der ENtwicklung, Gutes auf der Welt zu tun. Diese Wesen, die Bonhomius’ Erwartungen nicht ganz entsprechen, stehen im Zentrum des vorliegenden Beitrags. Es wird der Frage nachgegangen, ob der ihnen zugeschriebene Status als höchste Entwicklungsstufe vertretbar ist. Dafür werden die Anatomie und das Verhalten der MASTEN analysiert, um den Aspekt der Gleichgültigkeit vor dem Hintergrund der Groteske mit den Erwartungen gegenüber allmächtigen Wesen zu vergleichen. Ihre Eigenart führt zur Auseinandersetzung mit dem Theodizee-Problem, das sich auf die von Gottfried Wilhelm Leibniz identifizierten Eigenschaften Gottes (Allwissenheit, Allgüte und Allmacht) bezieht. Die Anspielung auf die Göttlichkeit der MASTEN in Kombination mit der Vorstellung einer benevolenten Allmacht lässt den Status der MASTEN als höchste Entwicklungsstufe zweifelhaft erscheinen.