Das Kapitel beleuchtet den Begriff der Hochrangigkeit von Forschungszielen, der besonders im Kontext der Forschung mit menschlichen embryonalen Stammzellen (hES-Zellen) eine zentrale Rolle spielt. Es zeigt, dass Hochrangigkeit keinen festen inhaltlichen Maßstab liefert, sondern einen Prüfungs- und Rechtfertigungsauftrag markiert, bei dem ethisch problematische Handlungen nur unter strengen Bedingungen legitimiert werden können. Anhand des Stammzellgesetzes (StZG) wird erläutert, dass Alternativlosigkeit und das Gewicht des verfolgten Ziels (z. B. medizinischer Fortschritt) gegeneinander abgewogen werden müssen. Damit wird Hochrangigkeit als flexible Kategorie verstanden, die die Grenzen der Forschungsfreiheit im Einzelfall ethisch begründet verschieben kann.

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Die Hochrangigkeit von Forschungszielen

  • Jan-Hendrik Heinrichs,
  • Bert Heinrichs

摘要

Das Kapitel beleuchtet den Begriff der Hochrangigkeit von Forschungszielen, der besonders im Kontext der Forschung mit menschlichen embryonalen Stammzellen (hES-Zellen) eine zentrale Rolle spielt. Es zeigt, dass Hochrangigkeit keinen festen inhaltlichen Maßstab liefert, sondern einen Prüfungs- und Rechtfertigungsauftrag markiert, bei dem ethisch problematische Handlungen nur unter strengen Bedingungen legitimiert werden können. Anhand des Stammzellgesetzes (StZG) wird erläutert, dass Alternativlosigkeit und das Gewicht des verfolgten Ziels (z. B. medizinischer Fortschritt) gegeneinander abgewogen werden müssen. Damit wird Hochrangigkeit als flexible Kategorie verstanden, die die Grenzen der Forschungsfreiheit im Einzelfall ethisch begründet verschieben kann.