Nach den tiefgreifenden Revolutionen in der Informationstechnologie und der Physik im 20. Jahrhundert steht die Menschheit an der Schwelle zur vielleicht fundamentalsten und persönlichsten Transformation von allen: der Bio-Revolution. Im Zentrum dieser Revolution steht die exponentiell wachsende Fähigkeit, das Leben selbst auf seiner fundamentalsten Ebene – dem genetischen Code, der DNA – zu verstehen, zu analysieren, zu manipulieren und sogar gänzlich neu zu gestalten. Zwei Schlüsseltechnologien, die sich gegenseitig beflügeln, treiben diese Entwicklung mit atemberaubender Geschwindigkeit voran: die Gen-Editierung, insbesondere durch das präzise und vielseitige CRISPR/Cas9-System, und die synthetische Biologie, die das Ingenieurwesen auf die Biologie anwendet. Während die Gen-Editierung es uns erlaubt, wie ein präziser Texteditor in den bestehenden „Code des Lebens“ einzugreifen, um Fehler zu korrigieren oder Gene zu verändern, geht die synthetische Biologie noch einen entscheidenden Schritt weiter. Sie zielt darauf ab, völlig neue biologische Teile, Geräte und Systeme zu entwerfen und zu konstruieren, die in der Natur nicht vorkommen, um Zellen mit neuartigen Funktionen auszustatten [1, 4]. Gemeinsam eröffnen diese Technologien ungeahnte Möglichkeiten, von der Heilung bisher unheilbarer Erbkrankheiten bis hin zur Schaffung nachhaltiger Materialien und Energieträger. Gleichzeitig bergen sie aber auch tiefgreifende ethische, soziale und sicherheitsrelevante Fragen, die eine sorgfältige und breite gesellschaftliche Auseinandersetzung erfordern.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Die Bio-Revolution

  • Ulrich Karrenberg

摘要

Nach den tiefgreifenden Revolutionen in der Informationstechnologie und der Physik im 20. Jahrhundert steht die Menschheit an der Schwelle zur vielleicht fundamentalsten und persönlichsten Transformation von allen: der Bio-Revolution. Im Zentrum dieser Revolution steht die exponentiell wachsende Fähigkeit, das Leben selbst auf seiner fundamentalsten Ebene – dem genetischen Code, der DNA – zu verstehen, zu analysieren, zu manipulieren und sogar gänzlich neu zu gestalten. Zwei Schlüsseltechnologien, die sich gegenseitig beflügeln, treiben diese Entwicklung mit atemberaubender Geschwindigkeit voran: die Gen-Editierung, insbesondere durch das präzise und vielseitige CRISPR/Cas9-System, und die synthetische Biologie, die das Ingenieurwesen auf die Biologie anwendet. Während die Gen-Editierung es uns erlaubt, wie ein präziser Texteditor in den bestehenden „Code des Lebens“ einzugreifen, um Fehler zu korrigieren oder Gene zu verändern, geht die synthetische Biologie noch einen entscheidenden Schritt weiter. Sie zielt darauf ab, völlig neue biologische Teile, Geräte und Systeme zu entwerfen und zu konstruieren, die in der Natur nicht vorkommen, um Zellen mit neuartigen Funktionen auszustatten [1, 4]. Gemeinsam eröffnen diese Technologien ungeahnte Möglichkeiten, von der Heilung bisher unheilbarer Erbkrankheiten bis hin zur Schaffung nachhaltiger Materialien und Energieträger. Gleichzeitig bergen sie aber auch tiefgreifende ethische, soziale und sicherheitsrelevante Fragen, die eine sorgfältige und breite gesellschaftliche Auseinandersetzung erfordern.