Beim Riechepithel handelt es sich um echte bipolare Neurone (primäre Sinneszellen). Jedes olfaktorische Neuron synthetisiert wahrscheinlich nur ein Rezeptorprotein zur Bindung eines Geruchsmoleküls. Das Sekret der Glandulae olfactoriae bindet Geruchsstoffe, die dann den spezifischen Rezeptoren der Riechsinneszellen angeboten werden. Der Augapfel wird von den 3 Augenhäuten umschlossen: 1. Äußere Augenhaut mit undurchsichtiger Lederhaut (Sclera) und durchsichtiger Hornhaut (Cornea). 2. Mittlere Augenhaut mit Aderhaut (Choroidea), Ziliarkörper (Corpus ciliare) und Iris. 3. Innere Augenhaut mit Netzhaut (Retina). Das Corpus ciliare enthält den M. ciliaris und sezerniert das Kammerwasser. Bei der Einstellung der Linse auf die Nähe (Akkommodation) ist der M. ciliaris kontrahiert. Eine Abflussstörung des Kammerwassers im Schlemm-Kanal führt zu einer intraokulären Drucksteigerung, Glaukom (grüner Star) genannt, welche die Fasern des Sehnervens schädigt und zu Gesichtsfeldausfällen (Skotomen) führt. Die in der Augenlinse ablaufenden Alterungsvorgänge führen zur Entwicklung einer Linsentrübung, Katarakt (grauer Star) genannt, welche die Sicht des Patienten beeinträchtigt. Die Retina enthält ca. 6,4 bis 7 Millionen Zapfen für das Farbsehen und 110 bis 125 Millionen Stäbchen für das Hell-/Dunkelsehen. Die vor dem Sulcus terminalis der Zunge gelegenen Papillae vallatae weisen die meisten Geschmacksknospen auf. Das Ohr ist folgendermaßen aufgebaut: 1. Äußeres Ohr mit Ohrmuschel, äußerem Gehörgang und Trommelfell. 2. Mittelohr mit Paukenhöhle (Cavum tympani), Gehörknöchelchen, Ohrtrompete (Tuba auditiva) und Paukennebenhöhlen. 3. Innenohr mit Schnecke (Cochlea), Vorhof (Vestibulum), Bogengängen (Ductus semicirculares) sowie Hör- und Gleichgewichtsorgan. Das ca. 0,1 mm dicke Trommelfell des äußeren Ohres kann dem Druck einer Quecksilbersäule von über 100 cm Höhe widerstehen. Es wird durch den langen Hammergriff in 4 Quadranten unterteilt. Eine Inzision bei einer Otitis media ist im vorderen unteren Quadranten, der bei der Otoskopie an einem Lichtreflex erkennbar ist, am sichersten. Die Paukenhöhle des Mittelohres beherbergt die Gehörknöchelchen Hammer, Amboß und Steigbügel. Der Hörvorgang im Corti-Organ des Innenohres kann folgendermaßen beschrieben werden: Unter Vermittlung von Trommelfell, Gehörknöchelchen sowie Schwingungen von Peri- und Endolymphe und Schwingungen der Basilarmembran erzeugen die äußeren Haarsinneszellen ein Geräusch, welches die inneren Haarsinneszellen empfangen und zur Hörrinde weiterleiten. Dreh- und Winkelbeschleunigungen werden in den 3 Bogengängen, lineare Beschleunigungen im Utriculus (vor und zurück) und im Sacculus (auf und ab) wahrgenommen. Weitere klinische Bezüge: Hyp- und Anosmie, Exophthalmus, Astigmatismus, Glaskörperblutungen, Netzhautablösung, Makuladegeneration, Strabismus, Ptosis, Hordeolum, Chalazion, Keratoconjunctivitis sicca, homo- und heteronyme Hemianopsie, Anosmie-Ageusie-Syndrom, Cholesteatom, Tubenbelüftungsstörung, Mastoiditis, Innenohrschwerhörigkeit, Hörsturz, Tinnitus, Altersschwerhörigkeit, Cochleaimplantat, Morbus Menière.

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Sinnesorgane (Organa sensoria)

  • Horst Claassen

摘要

Beim Riechepithel handelt es sich um echte bipolare Neurone (primäre Sinneszellen). Jedes olfaktorische Neuron synthetisiert wahrscheinlich nur ein Rezeptorprotein zur Bindung eines Geruchsmoleküls. Das Sekret der Glandulae olfactoriae bindet Geruchsstoffe, die dann den spezifischen Rezeptoren der Riechsinneszellen angeboten werden. Der Augapfel wird von den 3 Augenhäuten umschlossen: 1. Äußere Augenhaut mit undurchsichtiger Lederhaut (Sclera) und durchsichtiger Hornhaut (Cornea). 2. Mittlere Augenhaut mit Aderhaut (Choroidea), Ziliarkörper (Corpus ciliare) und Iris. 3. Innere Augenhaut mit Netzhaut (Retina). Das Corpus ciliare enthält den M. ciliaris und sezerniert das Kammerwasser. Bei der Einstellung der Linse auf die Nähe (Akkommodation) ist der M. ciliaris kontrahiert. Eine Abflussstörung des Kammerwassers im Schlemm-Kanal führt zu einer intraokulären Drucksteigerung, Glaukom (grüner Star) genannt, welche die Fasern des Sehnervens schädigt und zu Gesichtsfeldausfällen (Skotomen) führt. Die in der Augenlinse ablaufenden Alterungsvorgänge führen zur Entwicklung einer Linsentrübung, Katarakt (grauer Star) genannt, welche die Sicht des Patienten beeinträchtigt. Die Retina enthält ca. 6,4 bis 7 Millionen Zapfen für das Farbsehen und 110 bis 125 Millionen Stäbchen für das Hell-/Dunkelsehen. Die vor dem Sulcus terminalis der Zunge gelegenen Papillae vallatae weisen die meisten Geschmacksknospen auf. Das Ohr ist folgendermaßen aufgebaut: 1. Äußeres Ohr mit Ohrmuschel, äußerem Gehörgang und Trommelfell. 2. Mittelohr mit Paukenhöhle (Cavum tympani), Gehörknöchelchen, Ohrtrompete (Tuba auditiva) und Paukennebenhöhlen. 3. Innenohr mit Schnecke (Cochlea), Vorhof (Vestibulum), Bogengängen (Ductus semicirculares) sowie Hör- und Gleichgewichtsorgan. Das ca. 0,1 mm dicke Trommelfell des äußeren Ohres kann dem Druck einer Quecksilbersäule von über 100 cm Höhe widerstehen. Es wird durch den langen Hammergriff in 4 Quadranten unterteilt. Eine Inzision bei einer Otitis media ist im vorderen unteren Quadranten, der bei der Otoskopie an einem Lichtreflex erkennbar ist, am sichersten. Die Paukenhöhle des Mittelohres beherbergt die Gehörknöchelchen Hammer, Amboß und Steigbügel. Der Hörvorgang im Corti-Organ des Innenohres kann folgendermaßen beschrieben werden: Unter Vermittlung von Trommelfell, Gehörknöchelchen sowie Schwingungen von Peri- und Endolymphe und Schwingungen der Basilarmembran erzeugen die äußeren Haarsinneszellen ein Geräusch, welches die inneren Haarsinneszellen empfangen und zur Hörrinde weiterleiten. Dreh- und Winkelbeschleunigungen werden in den 3 Bogengängen, lineare Beschleunigungen im Utriculus (vor und zurück) und im Sacculus (auf und ab) wahrgenommen. Weitere klinische Bezüge: Hyp- und Anosmie, Exophthalmus, Astigmatismus, Glaskörperblutungen, Netzhautablösung, Makuladegeneration, Strabismus, Ptosis, Hordeolum, Chalazion, Keratoconjunctivitis sicca, homo- und heteronyme Hemianopsie, Anosmie-Ageusie-Syndrom, Cholesteatom, Tubenbelüftungsstörung, Mastoiditis, Innenohrschwerhörigkeit, Hörsturz, Tinnitus, Altersschwerhörigkeit, Cochleaimplantat, Morbus Menière.