Zentrales Nervensystem (Systema nervosum centrale)
摘要
Das unwillkürliche, autonome Nervensystem stimmt die Leistungen der inneren Organe aufeinander ab und passt sie den wechselnden exogenen und endogenen Anforderungen an. Hierbei tritt der Sympathikus bei Arbeit und Leistung, der Parasympathikus bei Erholung in Kraft. Beide Anteile des autonomen Nervensystems haben nicht nur efferente, sondern auch afferente Fasern. So meldet der Sympathikus den Schmerz bei einem Herzinfarkt und der Parasympathikus beispielsweise die Füllung der Harnblase. Das Rückenmark hat 8 cervikale, 12 thorakale, 5 lumbale, 5 sakrale und 1-3 coccygeale Spinalnervenpaare. Die Medulla oblongata reicht ventral von den Wurzelfäden des 1. cervikalen Nervenpaares bis zum Unterrand der Brücke. Sie wird von allen sensiblen und motorischen Bahnen durchquert und enthält die Kerne der Hirnnerven VIII-XII sowie parasympathische Kerne. Für die Austrittsstellen der Hirnnerven III (N. oculomotorius), V (N. trigeminus) und VI (N. abducens) stellt die Brücke eine wichtige Landmarke dar. Das Kleinhirn enthält 50 % aller Nervenzellen des gesamten Gehirns. Störungen des Kleinhirns machen sich folgendermaßen bemerkbar: Archicerebellum (ältester Teil): Balancieren auf einem Baumstamm unmöglich. Paläocerebellum: Gangataxie stärker ausgeprägt als Standataxie. Neocerebellum (jüngster Teil): Bei Ausführung von Zielbewegungen Intentionstremor. Die kaudale Hälfte der Rautengrube wird vom oberen Abschnitt der Medulla oblongata gebildet, die kraniale Hälfte gehört zur dorsalen Fläche der Brücke. Unter dem Boden der Rautengrube befinden sich die Kerngebiete der Hirnnerven VI-XII. Das Mittelhirn enthält die für die Pathogenese des Morbus Parkinson wichtige Substantia nigra. Zum Hirnstamm gehören Medulla oblongata, Brücke und Mittelhirn. Der Hirnstamm enthält noradrenerge (Aufmerksamkeitssteigerung), dopaminerge, adrenerge, serotoninerge (Stimmungslage) und cholinerge Zellgruppen. Das Zwischenhirn wird in Hypophyse, Hypothalamus, Subthalamus, Thalamus dorsalis und Epithalamus gegliedert. Der Thalamus dorsalis filtert alle aus der Peripherie eingehenden Wahrnehmungen und wird als das „Tor zum Bewußtsein“ bezeichnet. Von der Hypophyse werden zahlreiche hormonproduzierende Organe, wie zum Beispiel die Schilddrüse, beeinflusst. Der Hypothalamus ist die übergeordnete Steuereinheit vegetativer Funktionen. Neben speziellen Kernen besitzt er Areale, die dem Sympathikus und dem Parasympathikus zugeordnet werden können. Der Epithalamus enthält die Zirbeldrüse, deren Zellen das schlaffördernde Hormon Melatonin synthetisieren. An den Großhirnhemisphären unterscheidet man den Stirn-, Schläfen-, Scheitel- und Hinterhauptslappen. Der Schläfenlappen des Großhirns enthält den Hippocampus, der als Teil des limbischen Systems mit Lernprozessen und Gedächtnisbildung in Zusammenhang steht. Die Basalganglien sind bei einigen Erkrankungen betroffen, die durch einen Mangel oder ein Zuviel an Bewegungen gekennzeichnet sind. Hierher gehört auch der Morbus Parkinson. Das Großhirn wird aus 2 arteriellen Stromgebieten versorgt. Das vordere Stromgebiet wird von der A. carotis interna gespeist, das hintere von der A. vertebralis. Die Pyramidenbahn leitet die Willkürmotorik und ist oft bei Schlaganfällen betroffen. Die Hüllen des Gehirns spielen bei der epi- und subduralen Blutung sowie bei der Subarachnoidalblutung eine Rolle. Bei der Symptomentrias „Gangstörung, reversible Demenz, Harninkontinenz“ (Hakim-Trias) muss pathogenetisch auch eine Rückresorptionsstörung des Liquor cerebrospinalis in Betracht gezogen werden. Unter den 12 Hirnnerven haben eine ausschließlich sensorische Funktion der N. olfactorius (I) als Geruchsnerv, der N. opticus (II) als Sehnerv und der N. vestibulocochlearis (VIII) als Hör- und Gleichgewichtsnerv. Bei der Gehirnentwicklung macht das Mittelhirnbläschen weit weniger gestaltliche Veränderungen durch als die anderen Hirnabschnitte. Beim zentralen Nervensystem haben folgende Erkrankungen und pathologische Auffälligkeiten einen klinisch-anatomischen Hintergrund: Head-Zonen, hyperkinetisches Herzsyndrom, Horner-Syndrom, Morbus Hirschsprung, Bandscheibenvorfall, Querschnittslähmung, Syringomyelie, Brown-Sequard-Syndrom, Lumbalpunktion, Tethered-Cord-Syndrom, Wallenberg-Syndrom, Syndrome von Brückenfuß und -haube, Morbus Parkinson, Hypophysentumor, Akromegalie, Cushing-Syndrom, Diabetes insipidus, amyotrophe Lateralsklerose, Hemiparese, Schläfenlappenepilepsie, Morbus Alzheimer, Hemiballismus, Chorea Huntington, Athetose, Aneurysmen, homo- und heteronyme Hemianopsie, Friedreich-Ataxie, funikuläre Myelose, Stauungspapille, Hydrocephalus, Normaldruckhydrozephalus, Anosmie, Optikusneuritis, Okulomotoriuslähmung, Trigeminusneuralgie, Abduzensparese, Fazialisparese, Schwerhörigkeit, Gleichgewichtsstörungen, Glossopharyngeuslähmung, Stimmlippenlähmung, Trapeziuslähmung, Hypoglossuslähmung.