Die weibliche Brust und der Oberarm stehen auf Grund der Blut- und Lymphversorgung in enger Beziehung. Beim Mammakarzinom sind oft zuallererst Metastasen im Sorgius-Lymphknoten auf der 3. Serratuszacke nachweisbar. Als erster embryonal ossifizierender Knochen ist die Clavicula später am häufigsten von Frakturen betroffen. Folgende Verletzungen betreffen das Unterarmskelett: Colles-Fraktur (distale Radiusextensionsfraktur loco typico), Smith-Fraktur (Radiusflexionsfraktur), Galeazzi-Fraktur (Radiusschaftfraktur mit Riss der Membrana interossea), Monteggia-Fraktur (Ulnaschaftfraktur mit Luxation des Radiuskopfes) und Essex-Lopresti-Verletzung (proximale Radiusfraktur, Ruptur der Membrana interossea und Luxation im distalen Radioulnargelenk). Bei wiederholten Schulterluxationen kann die Gelenkfläche des Humerus geschädigt werden (Hill-Sachs-Delle). Bei 20 % der Bevölkerung tritt im Laufe des Lebens eine Ruptur der Rotatorenmanschette mit Beteiligung des M. supraspinatus, der die Schulterabduktion einleitet, auf. Ausgehend von den Kapseln der Handgelenke können sich bei Überbeanspruchung mit Synovialflüssigkeit gefüllte Aussackungen, die als Überbeine imponieren und in der Klinik als „Ganglien“ bezeichnet werden, bilden. Die Chaissaignac-Lähmung ist durch eine Subluxation des Radiuskopfes aus dem Ligamentum anulare radii charakterisiert. Sie tritt besonders bei Kindern, die plötzlich am Arm hochgerissen werden, auf. Engpässe für den N. radialis sind der Radialiskanal, der Radialistunnel und der Supinatorkanal. Bei einer hohen Radialislähmung tritt infolge des Ausfalls aller Handgelenkstrecker eine Fallhand auf. Der N. ulnaris kann im Kubitaltunnel und in der Guyon-Loge eingeengt werden. Die Krallenhand ist für eine Läsion des N. ulnaris typisch und geht auf eine Lähmung der intrinsischen Handmuskeln zurück. Für den N. medianus bestehen Engstellen im Pronatorkanal und im Karpalkanal. Nur bei einer hohen Medianuslähmung kommt es bei Aufforderung zum Faustschluß zur Schwurhand, da Daumen sowie der Zeige- und Mittelfinger nicht gebeugt werden können und die Streckmuskulatur überwiegt. Weitere klinische Bezüge: Mammakarzinom, Bursitis olecrani, Ellenbogenverrenkung, Skaphoidfraktur, Karpaltunnel-Syndrom, Portimplantation, Rhizarthrose, schnellender Finger, Allen-Text, Dejérine-Klumpke-Lähmung, Erb-Duchenne-Lähmung, Pancoast-Tumor, Parkbanklähmung, Volkmann-Kontraktur, Dupuytren-Kontraktur, Panaritium, Sehnenscheidenphlegmone, Polydaktylie, Syndaktylie.

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Obere Extremität (Membrum superius)

  • Horst Claassen

摘要

Die weibliche Brust und der Oberarm stehen auf Grund der Blut- und Lymphversorgung in enger Beziehung. Beim Mammakarzinom sind oft zuallererst Metastasen im Sorgius-Lymphknoten auf der 3. Serratuszacke nachweisbar. Als erster embryonal ossifizierender Knochen ist die Clavicula später am häufigsten von Frakturen betroffen. Folgende Verletzungen betreffen das Unterarmskelett: Colles-Fraktur (distale Radiusextensionsfraktur loco typico), Smith-Fraktur (Radiusflexionsfraktur), Galeazzi-Fraktur (Radiusschaftfraktur mit Riss der Membrana interossea), Monteggia-Fraktur (Ulnaschaftfraktur mit Luxation des Radiuskopfes) und Essex-Lopresti-Verletzung (proximale Radiusfraktur, Ruptur der Membrana interossea und Luxation im distalen Radioulnargelenk). Bei wiederholten Schulterluxationen kann die Gelenkfläche des Humerus geschädigt werden (Hill-Sachs-Delle). Bei 20 % der Bevölkerung tritt im Laufe des Lebens eine Ruptur der Rotatorenmanschette mit Beteiligung des M. supraspinatus, der die Schulterabduktion einleitet, auf. Ausgehend von den Kapseln der Handgelenke können sich bei Überbeanspruchung mit Synovialflüssigkeit gefüllte Aussackungen, die als Überbeine imponieren und in der Klinik als „Ganglien“ bezeichnet werden, bilden. Die Chaissaignac-Lähmung ist durch eine Subluxation des Radiuskopfes aus dem Ligamentum anulare radii charakterisiert. Sie tritt besonders bei Kindern, die plötzlich am Arm hochgerissen werden, auf. Engpässe für den N. radialis sind der Radialiskanal, der Radialistunnel und der Supinatorkanal. Bei einer hohen Radialislähmung tritt infolge des Ausfalls aller Handgelenkstrecker eine Fallhand auf. Der N. ulnaris kann im Kubitaltunnel und in der Guyon-Loge eingeengt werden. Die Krallenhand ist für eine Läsion des N. ulnaris typisch und geht auf eine Lähmung der intrinsischen Handmuskeln zurück. Für den N. medianus bestehen Engstellen im Pronatorkanal und im Karpalkanal. Nur bei einer hohen Medianuslähmung kommt es bei Aufforderung zum Faustschluß zur Schwurhand, da Daumen sowie der Zeige- und Mittelfinger nicht gebeugt werden können und die Streckmuskulatur überwiegt. Weitere klinische Bezüge: Mammakarzinom, Bursitis olecrani, Ellenbogenverrenkung, Skaphoidfraktur, Karpaltunnel-Syndrom, Portimplantation, Rhizarthrose, schnellender Finger, Allen-Text, Dejérine-Klumpke-Lähmung, Erb-Duchenne-Lähmung, Pancoast-Tumor, Parkbanklähmung, Volkmann-Kontraktur, Dupuytren-Kontraktur, Panaritium, Sehnenscheidenphlegmone, Polydaktylie, Syndaktylie.