Beckenhöhle (Cavitas pelvis)
摘要
Die Linea terminalis trennt das große vom kleinen Becken. In der Gynäkologie unterscheidet man 3 Etagen des kleinen Beckens: querovaler Beckeneingangsraum, runde Beckenhöhle, längsovaler Beckenausgangsraum. Das wichtigste Maß des Beckeneingangsraumes ist die Conjugata vera. Sie läßt sich nur indirekt bestimmen, indem von der Conjugata diagonalis (Unterrand Symphysis pubica bis Promontorium, per vaginam gemessen = 12,5 cm) 1,5 bis 2 cm abgezogen werden, was einen Wert von etwa 10,5 bis 11 cm ergibt. Unter den weiblichen Beckenformen weist das androide Becken männliche Merkmale auf und ist durch eine herzförmige Beckenausgangsebene gekennzeichnet. Für eine operative Straffung des weiblichen Beckenbodens sind genaue Kenntnisse der kulissenartig angeordneten Muskeln (Diaphragma urogenitale und pelvis), Faszien und Bindegewebsräume (Spatium perinei superficiale und profundum) erforderlich. Das Rektum geht an seinem distalen Ende in den ca. 4 cm langen Analkanal über. Harndrang entsteht, wenn die Harnblase etwa 350 ml Urin enthält. In die Sexualfunktionen bei Mann und Frau sind hypothalamische Kerngebiete sowie das psychogene (T11-L2) und das reflexogene (S2-S4) spinale Sexualzentrum involviert. Beim Mann wird die Erektion parasympathisch und die Ejakulation sympathisch vermittelt. Die normale Prostata hat ein Volumen von 15 bis 25 ml. Bei der Frau bewirkt der Parasympathicus eine Erektion der Klitoris und eine Blutfüllung des Bulbus vestibuli. Der Sympathicus vermittelt eine mögliche weibliche Ejakulation, für welche die Ductus paraurethrales als Homologa der Prostata entwicklungsgeschichtlich verantwortlich gemacht werden. Die Lage des Uterus ist durch eine Anteflexio (Ventralbiegung des Uterus auf dem Niveau des inneren Muttermundes um 170°) und eine Anteversio (Cervix und Vagina bilden einen nach ventral offenen Winkel von 90°) gekennzeichnet. Die Tuba uterina besteht aus: Infundibulum, Ampulla (Ort der Befruchtung), Isthmus, Pars intramuralis (engster Tubenabschnitt). Bei der vaginalen Untersuchung kann ein Uterusprolaps, eventuell verbunden mit einer Stressinkontinenz, entdeckt werden. Klinisch-anatomische Bezüge: Symphysenzerreißung, Beckenfrakturen, sakrale Anästhesie, Prolaps der weiblichen Beckenorgane, normale Geburt, Zangengeburt, Episiotomie, Dammriss, Infektion der Fossa ischioanalis, Rektumkarzinom, innere und äußere Hämorrhoiden, Analfisteln, Harnröhrenruptur. Speziell beim Mann: Erektile Dysfunktion (ED), Ejaculatio praecox (EP), Ejaculatio retarda (ER), Anejakulation, benigne Prostatahypertrophie, Prostatakarzinom, Hodentorsion (Notfall), Hydrocele testis, Varikozele, Hodentumor. Speziell bei der Frau: Anorgasmie, Lubrikationsmangel, adrenogenitales Syndrom, Ovarialkarzinom, Endometriose, Zyklusstörungen, Eileiter- und Bauchhöhlenschwangerschaft.