Haus. Das Paradigma der antiken griechischen Wirtschaft
摘要
Die Leitmetapher der antiken griechischen Wirtschaftsphilosophie ist das Haus: der oíkos. Die Kunst des Wirtschaftens – die Ökonomik – besteht darin, für die an einem Unternehmen beteiligten Personen die Voraussetzungen zu schaffen, die sie für ein freies, gutes und glückliches Leben benötigen. Dies erscheint im Verständnis des griechischen Denkens nur möglich unter der Voraussetzung eines maßvollen Wirtschaftens, das sowohl an der lebendigen Natur als auch am Wesen des Menschen Maß nimmt, um ihn in der Entfaltung seiner humanen Lebendigkeitspotenziale zu unterstützen. Leitend dabei ist eine Tugendethik, die Unternehmen danach beurteilt, inwiefern sie dauerhaft und nachhaltig ihrem Wesen als Kulturräume menschlicher Potenzialentfaltung und Freiheit genügen. Treibende Kraft eines wesentlichen und dem Maß des Lebens angemessenen Wirtschaftens sind für die antike Ökonomik nicht Bedürfnis und Mangel, sondern Begeisterung (Eros) und Schönheit.