Maschine. Die geistige Matrix der neuzeitlichen Wirtschaft
摘要
Die neuzeitliche Wirtschaft folgt einer Matrix des Gestells. Dieser von dem Philosophen Martin Heidegger übernommene Begriff verdichtet das Mindset der heutigen Ökonomie zu nur einem Wort. Wirtschaft erscheint als eine Maschine, mit deren Hilfe eine als „Bestand“ gedeutete Welt nutzbar gemacht und bestimmten Wertschöpfungsprozessen unterzogen wird, die den wirtschaftlichen Agenten optimale Vorteile in Aussicht stellen. Die wirtschaftlichen Agenten deuten sich dabei nach Maßgabe eines aus dem 18. Jahrhundert herrührenden Menschenbildes als Homo Oeconomicus, d. h. als rationalen Nutzenmaximierer, der sich als „maître et possesseur de la nature“ (Descartes) befugt sieht, die Welt zu seinen Gunsten ausbeuten und sich damit an die Stelle des allmächtigen Gottes der abrahamitischen Religionen zu stellen. So wird erkennbar, dass die neuzeitliche Ökonomie in einem meist unbedachten vorneuzeitlichen Mindset gründet, der für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts überholt erscheint.