Was für die meisten Sanary-Touristen unentdeckt bleibt, selbst wenn sie auf den Spuren der Exilanten wandeln, ist das Théâtre Galli in der Rue Raoul Henry, wenige Gehminuten vom Hafen entfernt. Erbaut wurde es in den 1950er-Jahren als Jugend-, Sport- und Begegnungszentrum mit Geldern, die der katholische Pfarrer Georges Galli gesammelt hatte. Bevor er sich 1929 im Alter von 27 Jahren dazu entschloss, sein Leben Gott zu weihen, hatte er ein durchaus weltliches Leben geführt: Georges Galli war eine französische Stummfilmgröße gewesen und hatte unter anderem die Hauptrolle in L’Homme à l’Hispano, einem Drama aus dem Jahr 1926, gespielt. Ende der 1940er-Jahre war er als Pfarrer nach Sanary gekommen. Wahrscheinlich hatte Moïse Kisling ihn dazu überredet, denn die beiden kannten sich schon seit langem, Georges Galli ging in der Villa La Baie ein und aus. Das letzte Porträt, das sein Vater 1953 gemalt habe, stelle auch den Freund der Familie dar, erzählte mir Moïse Kislings Sohn Jean 2005 in einem Interview. Der ungewöhnliche Pfarrer vermachte 1978 die „Cité de la Jeunesse“ der Gemeinde Sanary unter der Bedingung, dass weiterhin die drei Hauptgottesdienste des Kirchenjahres, Palmsonntag, Ostern und Weihnachten, dort stattfinden würden.

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Der Teufel in Frankreich

  • Magali Nieradka-Steiner

摘要

Was für die meisten Sanary-Touristen unentdeckt bleibt, selbst wenn sie auf den Spuren der Exilanten wandeln, ist das Théâtre Galli in der Rue Raoul Henry, wenige Gehminuten vom Hafen entfernt. Erbaut wurde es in den 1950er-Jahren als Jugend-, Sport- und Begegnungszentrum mit Geldern, die der katholische Pfarrer Georges Galli gesammelt hatte. Bevor er sich 1929 im Alter von 27 Jahren dazu entschloss, sein Leben Gott zu weihen, hatte er ein durchaus weltliches Leben geführt: Georges Galli war eine französische Stummfilmgröße gewesen und hatte unter anderem die Hauptrolle in L’Homme à l’Hispano, einem Drama aus dem Jahr 1926, gespielt. Ende der 1940er-Jahre war er als Pfarrer nach Sanary gekommen. Wahrscheinlich hatte Moïse Kisling ihn dazu überredet, denn die beiden kannten sich schon seit langem, Georges Galli ging in der Villa La Baie ein und aus. Das letzte Porträt, das sein Vater 1953 gemalt habe, stelle auch den Freund der Familie dar, erzählte mir Moïse Kislings Sohn Jean 2005 in einem Interview. Der ungewöhnliche Pfarrer vermachte 1978 die „Cité de la Jeunesse“ der Gemeinde Sanary unter der Bedingung, dass weiterhin die drei Hauptgottesdienste des Kirchenjahres, Palmsonntag, Ostern und Weihnachten, dort stattfinden würden.