§ 9. Die Märzrevolution in den Einzelstaaten und ihre Folgen
摘要
In Österreich ging ungeachtet erster Unruhen in Mailand und Prag sowie der revolutionären Haltung des ungarischen Reichstags in Pressburg am 13. März 1848 das eigentliche revolutionäre Signal von Wien aus. Eine mit den typischen „Märzforderungen“ (unter anderen Pressfreiheit, Geschworenengerichte und Volksvertretung) und der Nationalitätenfrage angeheizte Kundgebung am Sitz der niederösterreichischen Stände (Landhaus) provozierte eilends herbeigerufenes Militär zum Eingreifen. Es gab zahlreiche Opfer; was indes nur dazu führte, dass sich der Aufruhr in die Vorstädte ausbreitete. Metternich, die weithin verhasste Personifizierung des vormärzlichen Regierungssystems, trat zurück und floh nach England. Bereits am 15. März 1848 musste der Kaiser den Erlass einer „Constitution des Vaterlandes“ zusichern und am 21. März ein verantwortliches Ministerium einsetzen. Schon am 25. April 1848 veröffentlichte der Chef der kaiserlichen Regierung, Franz Freiherr von Pillersdorf, eine „Verfassungs-Urkunde des österreichischen Kaiserstaates“ („Pillersdorfsche Verfassung“) nach dem Muster der belgischen Verfassung von 1831 (→ Rdnr. 513).