Vortrag in der Kölner Karl Rahner‐Akademie am 23. Mai 1996. Das Missverständnis, das Benjamin fürchten musste, war, dass es so aussähe, als wäre aus einem Marxisten ein Messianist geworden, aus dem Kosmopoliten und internationalistischen Kommunisten ein Zionist, gar jüdischer Mystiker. Doch de facto ging es gar nicht darum, neue ideologische Orientierung auf den Kampfpositionen wider den marxistischen Verräter Stalin und den faschistischen Todfeind Hitler zu formulieren. Benjamin war es darum zu tun, in einer so unfasslichen weltpolitischen Konstellation überhaupt noch zu begreifen, was da das Welthistorische sei, ja worin das denn bestehe, was Geschichte heißt. – Erstveröffentlichung in: Geschichte denken, hrsg. von der Karl Rahner Akademie, Münster: LIT, 1999, S. 95–106.

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Zum Geschichtsbegriff Walter Benjamins

  • Hermann Schweppenhäuser

摘要

Vortrag in der Kölner Karl Rahner‐Akademie am 23. Mai 1996. Das Missverständnis, das Benjamin fürchten musste, war, dass es so aussähe, als wäre aus einem Marxisten ein Messianist geworden, aus dem Kosmopoliten und internationalistischen Kommunisten ein Zionist, gar jüdischer Mystiker. Doch de facto ging es gar nicht darum, neue ideologische Orientierung auf den Kampfpositionen wider den marxistischen Verräter Stalin und den faschistischen Todfeind Hitler zu formulieren. Benjamin war es darum zu tun, in einer so unfasslichen weltpolitischen Konstellation überhaupt noch zu begreifen, was da das Welthistorische sei, ja worin das denn bestehe, was Geschichte heißt. – Erstveröffentlichung in: Geschichte denken, hrsg. von der Karl Rahner Akademie, Münster: LIT, 1999, S. 95–106.