„Es ist letztlich nicht schilderbar“. Die Darstellung des Bombenkriegs in Dieter Fortes Roman Der Junge mit den blutigen Schuhen.
摘要
Dieter Fortes Roman Der Junge mit den blutigen Schuhen (1995) stellt einen gelungenen Versuch dar, die persönlichen, traumatischen Erfahrungen der Bombenkriegs 1941–45 im größeren Kontext des NS-Terrorregimes darzustellen und die Geschichte seiner Familie mit den Erfahrungen vieler anonymer Menschen zu verbinden. W.G. Sebald stand in den Diskussionen seiner Thesen zu Luftkrieg und Literatur (1999) Fortes Buch skeptisch gegenüber, ohne ihn gelesen zu haben. Der Beitrag diskutiert kritisch Sebalds Kriterien einer adäquaten ästhetischen Verarbeitung dieser inkommensurablen Erfahrungen und des kollektiven Traumas und weist nach, dass Fortes Roman durch seine Erzählverfahren durchaus Sebalds Forderung gerecht wird, das persönlich Erlebte zu transzendieren durch einen „synoptischen, künstlichen Blick“, das einen Blick auf den Kontext und die Erfahrungen des Kollektivs gewährt.