Bildungsgeschichten und Klassenerzählung. Ein Versuch über Traditionslinien und Genreverhältnisse der Gegenwart
摘要
Der Beitrag verhandelt die Frage, wie sich die Verschränkung von Bildungsgeschichten und Klassenerzählungen in der Literatur der Gegenwart zu möglichen Präfigurationen dieser – oftmals als autosoziobiographisch bezeichneten – Schreibweisen in einer Perspektive der longue durée verhält. In Form (text-)übergreifender Thesen wird dargestellt, welche zentralen Merkmale Bildungsgeschichten als so genannte transclasse-Narrationen – und vice versa – auszeichnen. Im Mittelpunkt der Ausführungen stehen dabei folgende Aspekte: das Verhältnis von Klassenerzählung und Generationenerzählung; literaturgeschichtliche Traditionslinien, die die Autosoziobiographie in ihrer Relation zum (Bildungs-)Roman verstehbar machen; das Konzept des Klassismus in der Gegenwartsliteratur; Intersektionalität sowie Problematik der Sprecher*innenposition innerhalb autosoziobiographischer Darstellungen.