Das 18. Jahrhundert bildete eine Hochphase für die Verschriftlichung und Verwissenschaftlichung militärisch-praktischen Wissens. Ähnlich wie bei den Kodifikationsbemühungen der zivilen ‚Künste‘ wurde militärisches Wissen in zahllosen Kompendien gesammelt, systematisiert und zu neuen Synthesen gebracht. Für die Frage nach der Kodifizierung von Praxiswissen bietet der militärtheoretische Diskurs Antworten auf mehreren Ebenen. Er zeigt Legitimationskämpfe zwischen Theoretikern und Praktikern auf, offenbart die Probleme der in Schrift und Bild erfolgenden Ordnung und Evidenzproduktion impliziten Wissens, und er eröffnet Einblicke in eine spezifisch militärische Praxeologie, als einer ‚vernünftigen Praxis‘.  

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Theoria cum praxi. Die Kriegskunst des 18. Jahrhunderts zwischen Diskursen und Praktiken

  • Marian Füssel

摘要

Das 18. Jahrhundert bildete eine Hochphase für die Verschriftlichung und Verwissenschaftlichung militärisch-praktischen Wissens. Ähnlich wie bei den Kodifikationsbemühungen der zivilen ‚Künste‘ wurde militärisches Wissen in zahllosen Kompendien gesammelt, systematisiert und zu neuen Synthesen gebracht. Für die Frage nach der Kodifizierung von Praxiswissen bietet der militärtheoretische Diskurs Antworten auf mehreren Ebenen. Er zeigt Legitimationskämpfe zwischen Theoretikern und Praktikern auf, offenbart die Probleme der in Schrift und Bild erfolgenden Ordnung und Evidenzproduktion impliziten Wissens, und er eröffnet Einblicke in eine spezifisch militärische Praxeologie, als einer ‚vernünftigen Praxis‘.