Das Ziel der vorliegenden Arbeit war es, im Rahmen einer prospektiven Studie zu untersuchen, welches System von Trainingsanwendungen Patienten und Patientinnen nach Gelenkersatz mehr zum Üben motiviert: ein App-gestütztes Eigenübungsprogramm oder ein analoges papiergestütztes Eigenübungsprogramm. Die Untersuchung fand im stationären Rehabilitationssetting statt. Dazu wurden drei Forschungsfragen gestellt: Erstens: Ist ein Eigenübungsprogramm für Patienten und Patientinnen mit einer Hüftgelenksendoprothese (HG-TEP) oder einer Kniegelenksendoprothese (KG-TEP) mittels App besser zur Motivationssteigerung geeignet als ein analoges Übungsprogramm? Zweitens: Bietet die App in der therapiefreien Zeit (Wochenende) eine zusätzliche Unterstützung in Bezug auf die Compliance der Patienten und Patientinnen? Drittens: Steigt durch das Training über die App gegenüber dem Analogprogramm die Zufriedenheit der Patienten und Patientinnen? Zur Beantwortung dieser Forschungsfragen wurde eine Pilotstudie in Form einer einfach verblindeten, randomisierten und kontrollierten zweiarmigen Parallelstudie durchgeführt. Patientinnen und Patienten wurden schriftlich mittels Fragebogen befragt, die sich stationär in einer Anschlussheilbehandlungsklinik nach einer Hüft- oder Kniegelenkimplantation befanden. Der Fragebogen beinhaltete geschlossene, halboffene und offene Fragestellungen, sodass die Datenauswertung sowohl quantitativ als auch qualitativ erfolgte. Die Ergebnisse zeigten, dass beide Übungsprogramme motivieren, wenn eine gute und strukturierte Einweisung stattfindet. Am Wochenende bietet die App eindeutig eine bessere Unterstützung in Bezug auf die Compliance der Patienten und Patientinnen. Das App-gestützte Programm erhöht die Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten zwar im Vergleich nicht eindeutig, es ist jedoch eine deutliche Zufriedenheitstendenz in Richtung App zu beobachten. Weiterführende Forschungsansätze sollten auf die therapeutische Effektivität und den Erfolgseintritt, auf gezielte Ressourcenschonung der Mitarbeiter:innen und die Wirtschaftlichkeit von digitalen Übungsprogrammen abzielen.

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Pilotstudie zum digitalen Empowerment: Evaluation eines App-gestützten Eigenübungsprogramms in der Rehabilitation

  • Solveig Klotz

摘要

Das Ziel der vorliegenden Arbeit war es, im Rahmen einer prospektiven Studie zu untersuchen, welches System von Trainingsanwendungen Patienten und Patientinnen nach Gelenkersatz mehr zum Üben motiviert: ein App-gestütztes Eigenübungsprogramm oder ein analoges papiergestütztes Eigenübungsprogramm. Die Untersuchung fand im stationären Rehabilitationssetting statt. Dazu wurden drei Forschungsfragen gestellt: Erstens: Ist ein Eigenübungsprogramm für Patienten und Patientinnen mit einer Hüftgelenksendoprothese (HG-TEP) oder einer Kniegelenksendoprothese (KG-TEP) mittels App besser zur Motivationssteigerung geeignet als ein analoges Übungsprogramm? Zweitens: Bietet die App in der therapiefreien Zeit (Wochenende) eine zusätzliche Unterstützung in Bezug auf die Compliance der Patienten und Patientinnen? Drittens: Steigt durch das Training über die App gegenüber dem Analogprogramm die Zufriedenheit der Patienten und Patientinnen? Zur Beantwortung dieser Forschungsfragen wurde eine Pilotstudie in Form einer einfach verblindeten, randomisierten und kontrollierten zweiarmigen Parallelstudie durchgeführt. Patientinnen und Patienten wurden schriftlich mittels Fragebogen befragt, die sich stationär in einer Anschlussheilbehandlungsklinik nach einer Hüft- oder Kniegelenkimplantation befanden. Der Fragebogen beinhaltete geschlossene, halboffene und offene Fragestellungen, sodass die Datenauswertung sowohl quantitativ als auch qualitativ erfolgte. Die Ergebnisse zeigten, dass beide Übungsprogramme motivieren, wenn eine gute und strukturierte Einweisung stattfindet. Am Wochenende bietet die App eindeutig eine bessere Unterstützung in Bezug auf die Compliance der Patienten und Patientinnen. Das App-gestützte Programm erhöht die Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten zwar im Vergleich nicht eindeutig, es ist jedoch eine deutliche Zufriedenheitstendenz in Richtung App zu beobachten. Weiterführende Forschungsansätze sollten auf die therapeutische Effektivität und den Erfolgseintritt, auf gezielte Ressourcenschonung der Mitarbeiter:innen und die Wirtschaftlichkeit von digitalen Übungsprogrammen abzielen.