Einflussfaktoren für digitale Therapieadhärenz
摘要
Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) bieten ein großes Potenzial für eine personalisierte und niedrigschwellige Versorgung. Dennoch zeigen Studien hohe Abbruchraten, was die therapeutische Wirksamkeit erheblich einschränkt. Der vorliegende Beitrag untersucht patientenbezogene Einflussfaktoren auf die Adhärenz – also das Ausmaß, in dem Patient:innen gemeinsam mit Behandelnden vereinbarte therapeutische Empfehlungen tatsächlich umsetzen – bei digitalen Therapien und zeigt auf, wie gezieltes Empowerment die Nutzung verbessern kann. Mit einer strukturierten Literaturrecherche wurden sechs zentrale personenbezogene Einflussfaktoren identifiziert: Digitalkompetenz, Akzeptanz und Vertrauen in digitale Therapien, persönliches Gesundheitsbewusstsein und Selbstwirksamkeit, Wahrnehmung von Barrieren, Angst und gesundheitliche Bedrohung sowie Widerstand gegen Veränderungen. Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere Vertrauen, Motivation und digitale Fähigkeiten entscheidend für die Therapietreue sind. Gleichzeitig wirken sich allgemeine Ängste und technologische Skepsis eher hemmend aus, während konkrete gesundheitliche Bedrohungen die Adhärenz fördern können. Anhand von Fallbeispielen werden typische Herausforderungen und Lösungsansätze illustriert. Der Beitrag leitet daraus konkrete Empfehlungen für digitales Empowerment ab, etwa durch eine benutzerfreundliche App-Gestaltung, sprachliche Zugänglichkeit, gezielte Schulungsangebote und begleitendes Coaching. Ziel ist es, digitale Gesundheitslösungen inklusiver zu gestalten und Patient:innen zu befähigen, ihre Gesundheit aktiv mitzugestalten. Die Analyse verdeutlicht, dass Empowerment nicht nur eine technische Unterstützung umfasst, sondern auch psychosoziale Aspekte wie Motivation, Gesundheitskompetenz und Vertrauen adressieren muss. Nur durch ein ganzheitliches Verständnis von Adhärenz und gezielte Empowermentstrategien lässt sich das volle Potenzial digitaler Therapien im Versorgungsalltag entfalten.