Digitales Empowerment im Gesundheitswesen am Beispiel digitaler Unterstützungsmöglichkeiten beim Selbstmanagement von Lipödembetroffenen
摘要
Digitales Empowerment im Gesundheitswesen bedeutet, digitale Technologien zu nutzen, um Patient:innen, Fachkräfte und Institutionen zu stärken, informierte Entscheidungen zu treffen und die Versorgung zu verbessern. Es fördert Autonomie, Informationszugang und aktives Selbstmanagement. Das Lipödem ist eine chronische Erkrankung des Fettgewebes, die fast ausschließlich Frauen betrifft und sich besonders in hormonellen Umbruchsphasen verschlechtert. Um eine Chronifizierung, Begleiterkrankungen, Mobilitätseinschränkungen und Stigmatisierung zu vermeiden, sind eine frühe Diagnose sowie die Förderung von Selbstmanagement entscheidend – insbesondere, da eine interdisziplinäre Versorgung im deutschen Gesundheitssystem noch nicht flächendeckend gewährleistet ist. Der Beitrag beleuchtet neben der aktuellen Versorgungssituation digitale Möglichkeiten zur Unterstützung von Patient:innen, z. B. digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs) wie LipoAlly, die ein 12-monatiges, leitlinienkonformes Therapieprogramm bietet. Weitere Apps, wie Curaflow, Ovia oder Lipocheck, fördern Ernährung, Bewegung, Kompression und den Umgang mit Diskriminierung. Auch psychosoziale Aspekte und digitale Beratungsangebote werden thematisiert. Neben den Stärken und Chancen dieser Technologien für das Empowerment der Zielgruppe werden zudem mögliche Herausforderungen und Risiken beleuchtet. Zum Schluss werden Implikationen für die weitere Versorgung dieser Zielgruppe bzw. weitere Forschungsbedarfe aufgezeigt.