Die pharmazeutische Industrie wird im politischen Diskurs immer wieder als „Leitindustrie der deutschen Volkswirtschaft“ bezeichnet und die Förderung des Pharmastandorts Deutschland war zuletzt explizit Teil der wirtschaftspolitischen Strategie der Bundesregierung. Dabei kommt es – sowohl argumentativ als auch bei der Umsetzung von Fördermaßnahmen – immer wieder zu einer Verknüpfung zwischen der Regulierung von Arzneimittelpreisen und standortpolitischen Maßnahmen. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass ein attraktiver Absatzmarkt für Arzneimittel die Standortentscheidung internationaler Pharmaunternehmen positiv beeinflussen würde. Angesichts steigender Gesundheitsausgaben und der damit einhergehenden höheren Lohnnebenkosten sowie eines gleichzeitig hohen internationalen Wettbewerbsdrucks um Standortentscheidungen pharmazeutischer Unternehmen ist es besonders wichtig, diese Annahme zu überprüfen und Investitionen in den Pharmastandort Deutschland möglichst zielführend anhand nachvollziehbarer Entscheidungskriterien dieser Unternehmen auszurichten. Unsere Analyse zeigt: Für forschende Arzneimittelhersteller sind die Güte eines Forschungsstandortes, die Verfügbarkeit hochqualifizierter Fachkräfte, schlanke bürokratische Prozesse für eine schnelle Studiendurchführung und die Verfügbarkeit von Risikokapital entscheidend. Es gibt keine empirische Evidenz für absatzmarktorientierte Maßnahmen zur Standortförderung. Die Regulierung von Arzneimittelpreisen sollte also losgelöst von standortpolitischen Belangen erfolgen.

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Preisbildung und Standortförderung von pharmazeutischen Unternehmen

  • Paula Hepp,
  • Pauline Kilwing,
  • Nils Gutacker,
  • Leonie Sundmacher

摘要

Die pharmazeutische Industrie wird im politischen Diskurs immer wieder als „Leitindustrie der deutschen Volkswirtschaft“ bezeichnet und die Förderung des Pharmastandorts Deutschland war zuletzt explizit Teil der wirtschaftspolitischen Strategie der Bundesregierung. Dabei kommt es – sowohl argumentativ als auch bei der Umsetzung von Fördermaßnahmen – immer wieder zu einer Verknüpfung zwischen der Regulierung von Arzneimittelpreisen und standortpolitischen Maßnahmen. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass ein attraktiver Absatzmarkt für Arzneimittel die Standortentscheidung internationaler Pharmaunternehmen positiv beeinflussen würde. Angesichts steigender Gesundheitsausgaben und der damit einhergehenden höheren Lohnnebenkosten sowie eines gleichzeitig hohen internationalen Wettbewerbsdrucks um Standortentscheidungen pharmazeutischer Unternehmen ist es besonders wichtig, diese Annahme zu überprüfen und Investitionen in den Pharmastandort Deutschland möglichst zielführend anhand nachvollziehbarer Entscheidungskriterien dieser Unternehmen auszurichten. Unsere Analyse zeigt: Für forschende Arzneimittelhersteller sind die Güte eines Forschungsstandortes, die Verfügbarkeit hochqualifizierter Fachkräfte, schlanke bürokratische Prozesse für eine schnelle Studiendurchführung und die Verfügbarkeit von Risikokapital entscheidend. Es gibt keine empirische Evidenz für absatzmarktorientierte Maßnahmen zur Standortförderung. Die Regulierung von Arzneimittelpreisen sollte also losgelöst von standortpolitischen Belangen erfolgen.