Das individuelle Essverhalten ein facettenreiches Phänomen, was sich in individuellen Präferenzen, unterschiedlichen Lebensumständen, Normen und Einstellungen wider spiegelt. Der Übergang von nur zeitweise auftauchenden oder von der Norm abweichendem Essverhalten zu problematischen Mustern ist oft fließend und schwer zu definieren. Der Verzicht auf stark verarbeitete Lebensmittel kann beispielsweise Teil einer bewussten Ernährung sein, sich als ein stark restriktives Essverhalten aber auch negativ auf die Wahrnehmung von Hunger und Sättigung auswirken und das Risiko für die Entwicklung von Essstörungen erhöhen. Schon früh können sich Verhaltensweisen zeigen, die sich langfristig in einem problematischen Muster etablieren: stark selektives Essverhalten, stressbedingtes Essen oder ein übermäßiger Fokus auf gesunde Ernährung sind Beispiele, die – je nach Ausprägung und Kontext – unproblematisch sein können, aber auch erste Anzeichen für eine gestörte Beziehung zum Essen sein können. Im folgenden Kapitel werden verschiedene Formen des Essverhaltens beschrieben und hinsichtlich ihres Potenzials als Risikofaktoren für die Entwicklung von Essstörungen eingeordnet. Die beschriebenen Verhaltensweisen werden dabei anteilig von allen Menschen gezeigt, erst das Ausmaß bzw. die Stärke einer auf ein bestimmtes Muster ausgerichteten Nahrungsaufnahme können Folgen für die langfristige Nahrungsregulation haben. Die Grenze zwischen gesundem und problematischem Essverhalten ist dabei nicht starr und wird durch individuelle und gesellschaftliche Faktoren entscheidend beeinflusst.

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Formen von Essverhalten als mögliche Risikofaktoren

  • Katja Kröller

摘要

Das individuelle Essverhalten ein facettenreiches Phänomen, was sich in individuellen Präferenzen, unterschiedlichen Lebensumständen, Normen und Einstellungen wider spiegelt. Der Übergang von nur zeitweise auftauchenden oder von der Norm abweichendem Essverhalten zu problematischen Mustern ist oft fließend und schwer zu definieren. Der Verzicht auf stark verarbeitete Lebensmittel kann beispielsweise Teil einer bewussten Ernährung sein, sich als ein stark restriktives Essverhalten aber auch negativ auf die Wahrnehmung von Hunger und Sättigung auswirken und das Risiko für die Entwicklung von Essstörungen erhöhen. Schon früh können sich Verhaltensweisen zeigen, die sich langfristig in einem problematischen Muster etablieren: stark selektives Essverhalten, stressbedingtes Essen oder ein übermäßiger Fokus auf gesunde Ernährung sind Beispiele, die – je nach Ausprägung und Kontext – unproblematisch sein können, aber auch erste Anzeichen für eine gestörte Beziehung zum Essen sein können. Im folgenden Kapitel werden verschiedene Formen des Essverhaltens beschrieben und hinsichtlich ihres Potenzials als Risikofaktoren für die Entwicklung von Essstörungen eingeordnet. Die beschriebenen Verhaltensweisen werden dabei anteilig von allen Menschen gezeigt, erst das Ausmaß bzw. die Stärke einer auf ein bestimmtes Muster ausgerichteten Nahrungsaufnahme können Folgen für die langfristige Nahrungsregulation haben. Die Grenze zwischen gesundem und problematischem Essverhalten ist dabei nicht starr und wird durch individuelle und gesellschaftliche Faktoren entscheidend beeinflusst.