Schwangerschaftsabbruch: Rechtswidrigkeitsverdikt und zivilrechtliche Arzthaftung für „wrongful birth“
摘要
Man muss nicht erst ins Ausland blicken, um dem erheblichen Spaltungspotential der Diskussion um Schwangerschaftsabbrüche gewahr zu werden. Der nicht selten höchst emotional geführte Streit kann Gesellschaften geradezu zerreißen. Nach einer weitgehenden Befriedung in Deutschland durch die judikative und anschließend legislatorische Entscheidung Mitte der 1990er-Jahre wurde die Diskussion spätestens durch die 2017 erfolgte Verurteilung im Fall Hänel, der sich allerdings um den mittlerweile aufgehobenen § 219a StGB a. F. rankte, wieder angefacht. Propagiert wird insbesondere, das vom BVerfG vorgegebene Rechtswidrigkeitsverdikt bei nicht indizierten Abbrüchen – dies eventuell sogar im Zuge einer Normierung außerhalb des StGB – aufzugeben.