Entscheidungen über den Behandlungsumfang Behandlungsumfangund die Anwendung oder Fortführung lebensverlängernder Maßnahmen in der Intensivmedizin können bisweilen unzweideutig sein: Der Patient wird entweder sicher von solchen Therapiemaßnahmen profitieren oder sicher nicht. Für viele schwer kranke oder verletzte Patienten ist die Abwägung zwischen vorhersehbarem Nutzen und unerwünschtem Leid jedoch nicht so klar, insbesondere wenn solche Entscheidungen bei dürftiger Informationslage und unter Zeitdruck gefasst werden müssen. Selbst wenn der Nutzen lebensverlängernder Maßnahmen bei Behandlungsbeginn unbestritten ist, können deren Nebenwirkungen und Belastungen (eventuell bei protrahierter Anwendung) oder unvorhergesehene Komplikationen im Behandlungsverlauf das Verhältnis von Nutzen und Schaden während der Behandlung auf einer Intensivstation erheblich verändern. Zugleich muss die patientenseitige Einwilligung in eine intensivmedizinische Behandlung regelmäßig reevaluiert werden. Schließlich bleibt eine prognostische (Rest-)Unsicherheit grundsätzlich Teil der Behandlungsrealität. Insofern kann das multiprofessionelle intensivmedizinische Team mit schwierigen medizinischen, kommunikativen, klinisch-ethischen und rechtlichen Herausforderungen konfrontiert werden, wenn Therapielimitierungen und Therapiezieländerungen erwogen und durchgeführt werden müssen. Dieses Kapitel beschreibt die argumentativen Grundlagen, den Entscheidungsprozess und die Möglichkeiten zur praktischen Umsetzung.

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Notwendige Grenzziehungen – Therapielimitierungen

  • Andrej Michalsen,
  • Jochen Dutzmann,
  • Andreas Hillert

摘要

Entscheidungen über den Behandlungsumfang Behandlungsumfangund die Anwendung oder Fortführung lebensverlängernder Maßnahmen in der Intensivmedizin können bisweilen unzweideutig sein: Der Patient wird entweder sicher von solchen Therapiemaßnahmen profitieren oder sicher nicht. Für viele schwer kranke oder verletzte Patienten ist die Abwägung zwischen vorhersehbarem Nutzen und unerwünschtem Leid jedoch nicht so klar, insbesondere wenn solche Entscheidungen bei dürftiger Informationslage und unter Zeitdruck gefasst werden müssen. Selbst wenn der Nutzen lebensverlängernder Maßnahmen bei Behandlungsbeginn unbestritten ist, können deren Nebenwirkungen und Belastungen (eventuell bei protrahierter Anwendung) oder unvorhergesehene Komplikationen im Behandlungsverlauf das Verhältnis von Nutzen und Schaden während der Behandlung auf einer Intensivstation erheblich verändern. Zugleich muss die patientenseitige Einwilligung in eine intensivmedizinische Behandlung regelmäßig reevaluiert werden. Schließlich bleibt eine prognostische (Rest-)Unsicherheit grundsätzlich Teil der Behandlungsrealität. Insofern kann das multiprofessionelle intensivmedizinische Team mit schwierigen medizinischen, kommunikativen, klinisch-ethischen und rechtlichen Herausforderungen konfrontiert werden, wenn Therapielimitierungen und Therapiezieländerungen erwogen und durchgeführt werden müssen. Dieses Kapitel beschreibt die argumentativen Grundlagen, den Entscheidungsprozess und die Möglichkeiten zur praktischen Umsetzung.